Archiv nach Kategorie: USA 2003

USA Rundreise Tag 5

05 Sep 2003
5. September 2003

Roads flooded

Fairplex – Joshua Tree N.P.
Route: In Fairplex/Pomona wieder auf die Interstate #10 West bis White Water, dort links auf die 62 North bis Joshua Tree. Im Ort führt rechts eine schmale Straße zum Parkeingang.

Weiter ging es auf der I-10 in Richtung Palm Springs. Unser Ziel war der Joshua Tree N.P., der seinen Namen von den ungewöhnlich aussehenden Yucca-Bäumen hat. Auf dem Weg dorthin sahen wir in Cabazon auf der linken Seite einen großen Factory Outlet. Klar, dass wir dort rein mussten. 120 Geschäfte vieler großer Marken warteten hier auf uns. Zuerst zu Oakley, danach zu Puma; dort war aber noch geschlossen. Dann vorbei an Marken, die uns nichts sagten oder nur für Frauen interessant waren. Etliche Läden nahmen wir mit, und immer mussten wir von fast 40 Grad Außentemperatur rein in völlig unterkühlte Geschäfte und dann wieder raus in die Hitze. Gesund kann das nicht sein. Ganz zum Schluss landeten wir wieder bei Nike, und hier sprangen ein Paar neue Schuhe für mich raus. Gunnar hielt sich noch zurück.

Jetzt wurde es Zeit, weiterzufahren. Klimaanlage auf HIGH und ab ging’s. Zwei Meilen hinter White Water verließen wir die I-10 und fuhren auf der 62 North weiter Richtung Joshua Tree. Dort ist auch die Einfahrt zum Park. Die Gegend wurde immer sandiger. Starker Wind kam auf und wehte den rötlichen Sand über die Straße. Ein Schild wies uns nach rechts zur nördlichen Einfahrt. Vereinzelt standen Häuser, und wir fragten uns, wovon die Menschen hier leben, so weit ab von der nächsten Großstadt. Die Frage konnten wir uns nicht beantworten.

Die Eintrittspreise der Parks liegen übrigens immer zwischen 10 und 20 Dollar (meistens 20) pro Fahrzeug, gültig für eine Woche. Deshalb kauften wir bei der Einfahrt erst einmal den National Parks Pass für 50 Dollar, denn wir wollten ja auf unserer Reise noch in viele andere Parks. Der Pass ist ein Jahr gültig und berechtigt zum kostenlosen Eintritt in alle Nationalparks der USA.

Als wir in den Park einfuhren, teilte uns der Ranger mit, dass die von uns beabsichtigte Strecke – Im Norden rein, im Süden wieder raus – nicht möglich sei, da eine Straße im südlichen Teil überschwemmt und nicht passierbar sei. Wie das, dachten wir uns. Hier weht überall trockener Sand durch die Gegend, der Boden ist knochentrocken, wieso ist da 20 Meilen südwärts kein Durchkommen wegen Überflutung mehr? Wir glaubten dem Ranger nicht so richtig, änderten aber schon mal im Kopf die Strecke für den kommenden Tag, nicht aber die Absicht, im Park zu campen. Wir entschieden uns für den Campingplatz an den Jumbo Rocks und fuhren los. Das Wetter verschlechterte sich zusehends und die Bewölkung nahm zu. Als wir an einer Baustelle ankamen, mussten wir halten. Ein Kojote begrüßte uns als Erstes, danach die Baustellenaufsicht. Die nette junge Frau erklärte uns, dass hier die Straße über mehrere Meilen erneuert würde und dass wir uns noch ein wenig gedulden mögen; ein Pilot Car würde uns durch die Baustelle bringen. Dies ist in den USA durchaus üblich. Da die Baustellen dort sehr groß sind und man auf Sicherheit größten Wert legt, fährt ein Pickup vor und bringt einen auf die andere Seite der Baustelle. Bei sehr langen Kolonnen wird dem letzten Fahrzeug oft noch ein Stab mitgegeben, den er am Ende der Baustelle der Aufsicht übergibt. Somit wird sichergestellt, dass kein Auto mehr auf der Strecke ist.

Während wir warteten, wurde aus den paar Tropfen schon ein richtiger Regen; als wir aber losfuhren, wurden oben alle Schleusen geöffnet. Augenblicklich verwandelte sich die Umgebung in eine Seenlandschaft. Plötzlich glaubten wir den Ausführungen des Rangers.

Kurz nachdem das Pilot Car uns wieder alleine fahren ließ, war wirklich “Land unter”. Die Straße war über ca. 200 Meter nicht mehr zu erkennen. Nur die umstehenden Pflanzen gaben uns noch einen Anhaltspunkt, wo wir fahren mussten. Bei der Durchfahrt schlug das Wasser fast wieder über uns zusammen. Das mussten wir natürlich noch filmen, also kehrten wir um und fuhren das Ganze noch einmal. Gunnar ging nach hinten und filmte sozusagen aus dem Wohnzimmerfenster. Pitschenass kam er wieder zurück. Mittlerweile hatten wir sogar Wasser im Wagen, das sich durch den Motorraum seinen Weg ins Innere gesucht hatte.

Kurze Zeit später hörte es auf zu regnen, und wie von Zauberhand verschwand das Wasser im Wüstensand, die Sonne kam heraus und es schien, als wäre nichts gewesen.

Wir suchten uns einen Platz für unseren Wagen und genossen die Natur. Dieser Campingplatz war der erste, an dem es außer einer öffentlichen Toilette (ohne Spülung) nichts weiter gab. Man stellt den Wagen in eine der Parkbuchten und genießt die Natur pur. Nach dem obligatorischen Nachmittags-Kaffee wollten wir noch ein wenig wandern. Direkt an unserem Stellplatz begann ein Trail, den wir gehen wollten. Hier ist das Gelände steinig durchsetzt mit einer interessanten Vegetation. Joshua Trees sind hier kaum, dafür aber Kakteen, kleinere Palmen und andere Pflanzen, die mit wenig Wasser auskommen. Rundherum lagen große helle Steine und natürlich die Jumbo Rocks. Große Felsformationen mit weichen Kanten, als wären sie von Wasser geschliffen worden.

Der Trail wurde durch Steine markiert, aber irgendwann verlief er ins Leere. Laut Karte sollte es aber ein Rundweg sein, der uns wieder in die Nähe unseres Ausgangspunktes bringen sollte. Jetzt konnten wir uns überlegen, zurückzugehen oder aber es auf eigene Faust zu versuchen. Wir entschieden uns dafür, den Weg selber rund zu machen und versuchten unser Glück. Es macht ja auch viel mehr Spaß, neue Wege zu entdecken, als das zu gehen, was tausend Andere schon abgegrast haben. Wir kletterten also über die Hügel rüber, um zu erfahren, dass dahinter noch welche waren. Jumbo ist eben das, wonach es sich anhört: etwas mehr. Also weiter. Ganz zum Schluss mussten wir uns sogar durch eine immer schmaler zulaufende Felsspalte zwängen, um dann ungefähr wieder die richtige Richtung zu haben. Natürlich haben wir es geschafft. Den wunderschönen Sonnenuntergang genossen wir auf einem Felsen. Außer dem Jungen mit der Gitarre 200 Meter weiter links und einem Pärchen 300 Meter weiter rechts war hier kein Mensch. Es war richtig romantisch.

Abends saßen wir noch lange draußen und schauten in die vielen Sterne, die durch die fehlende Umgebungsbeleuchtung viel heller waren als in der Stadt und wie eine Decke über uns lagen. Nur die und der Mond beleuchteten die Umgebung, und so schalteten wir schon ab und zu mal die Taschenlampe an, um zu sehen, was da grad so in den Sträuchern geraschelt hat. Sehen konnten wir aber nix. Diese Einsamkeit war zwar ein wenig ungewöhnlich, aber auch sehr schön. Zwei weitere Camper waren in Hörweite, und abends fuhr regelmäßig ein Ranger vorbei und schaute, ob alles ok ist.



USA Rundreise Tag 4

04 Sep 2003
4. September 2003

Unser erster US Starbucks

Los Angeles – Fairplex
Route: In Santa Monica auf der Interstate #10 East bis Fairplex/Pomona

Los Angeles ist groß, riesengroß; deshalb ist es wichtig, bei einer Besichtigung, für die man nur einen Tag eingeplant hat, genau zu wissen, was man sehen will. Da wir Disneyland und die Universal Studios schon kannten, haben wir uns für Bel Air, Beverly Hills mit Rodeo Drive und Hollywood (Walk of Fame, Chinese Theatre, Kodak Theatre und den Griffith Park) entschieden. Hinterher wollten wir noch zurück in die 3rd Street und zum berühmten Pier in Santa Monica.

Vom Highway #1 geht es von Malibu aus kommend links in den Sunset Blvd., der direkt nach Bel Air, der nobelsten Gegend von L.A., führt. Aussteigen und Villen kucken ist hier nicht. In Bel Air geht keiner zu Fuß, und jeder, der es tut, würde sich verdächtig machen. Die immer wachsamen Sicherheitsdienste wären sehr schnell zur Stelle. Deshalb blieben wir schön im Wagen, und manchmal konnten wir von unserer erhöhten Sitzposition einen Blick über die hohen Mauern der teuren Anwesen erhaschen. Meistens schaute man aber nur auf hohe, bewachsene Wände und fühlte sich irgendwie fehl am Platze. Alles in allem kann man sich diese Tour auch sparen, denn man nimmt nicht wirklich etwas davon mit.

Der Sunset Blvd. führt uns weiter nach Beverly Hills. Hier sind die Häuser etwas kleiner, aber zumindest hat man einen ungehinderten Blick darauf. Schilder von Sicherheitsdiensten in den Vorgärten weisen aber auch hier unmissverständlich darauf hin, dass fremder Besuch nicht gern gesehen wird. Wir bogen rechts in den Rodeo Dr. ein, dessen längstes Stück Wohngebiet ist. Hier parkten wir unseren Wagen und gingen dann zu Fuß weiter. Überquert man den Santa Monica Blvd. ist man auch schon dort, wofür der Rodeo Dr. bekannt ist: Shopping vom Feinsten. Hier finden sich Boutiquen aller großen Designer, Boutiquen, in die wir uns auch nicht mal ansatzweise rein getraut hätten. Preise hatten die Auslagen natürlich nicht, wozu auch? Geld ist in dieser Gegend eher Nebensache. Wir schlenderten weiter und schauten uns in Nike Town ein wenig um, ohne etwas zu kaufen.

Zurück im Wagen ging es weiter Richtung Hollywood. In einer Nebenstraße parkten wir und gingen hinunter zum Hollywood Blvd. und dort zum Chinese Theatre, in dem früher die Oscar-Verleihungen stattfanden. Hier herrschte richtiger Touristentrubel. Ein paar Schritte weiter befindet sich das Kodak Theatre, in dem es heutzutage die begehrten Filmtrophäen gibt. Das Gebäude gleicht eher einem Einkaufszentrum als einem Theater, weshalb mir Gunnar zuerst auch nicht glauben wollte, dass es hier die Oscars gibt. An der Nordseite erblickte unser Auge nicht nur hinten in den Bergen den Hollywood-Schriftzug, sondern auch direkt zu unseren Füßen einen Starbucks. Ich musste nicht lange fragen, natürlich wollten wir einen “White Chocolate Mocca with Cream”.

Hinterher noch ein wenig über die im Boden eingelassenen Sterne der Film-, TV- und Musikgrößen am Walk of Fame gewandert, und zurück ging’s zum Wagen. Wir wollten uns nämlich noch L.A. von oben und den Schriftzug von Nahem anschauen. Das tut man am Besten vom Griffith Observatorium (einer Sternwarte) im gleichnamigen Park aus. In engen Kurven ging es hinauf. Leider wird das Observatorium gerade umgebaut, sodass wir nicht überall hinkamen. Zu Fuß ging es ein wenig weiter zu den Aussichtspunkten. Hier war es sandig und sehr heiß, sodass wir es lieber ließen, die Meilen zu den neun großen Buchstaben noch zu gehen.

Im Reiseführer haben wir gelesen, dass es in L.A. etwas Einmaliges gibt: Eine Fußgängerzone. Einmalig, weil man in Los Angeles eigentlich nicht zu Fuß geht. Das wollten wir uns doch mal anschauen. Die 3rd Street kreuzt den Santa Monica Blvd. fast am Anfang. Da es schon später Nachmittag war und wir noch nicht wussten, wo wir heute Nacht campen sollten, gaben wir uns eine Stunde Zeit für die Bummelmeile. Hier reihen sich kleine Läden mit Schnickschnack, Klamotten, Schmuck und Cafés aneinander. Das Ganze ist wirklich hübsch gemacht und eher einen Besuch wert als Bel Air (es sei denn, man ist in Letzterem zum Café in eine der Villen eingeladen). Venice Beach, wo die Bodybuilder öffentlich ihrer Leidenschaft frönen, ließen wir aus, denn das kannten wir schon von vorigen Besuchen. Lediglich den Santa Monica Pier mit Karussells, Achterbahn und ein paar Buden schauten wir uns noch an, bevor wir uns wieder auf den Weg machten. In Santa Monica fuhren wir auf die Interstate #10 East.

Zu unserem nächsten Ziel, dem Joshua Tree N.P., hätten wir es heute nicht mehr geschafft, und so legten wir einen Übernachtungs-Stopp in Fairplex ein. Ein Ort, in dem anscheinend in großem Stil Viehversteigerungen stattfinden. Viel sehen konnten wir nicht mehr, denn es war bereits dunkel. Nach einigem Gekurve, da ich mal wieder eine falsche Richtung angegeben hatte, waren wir auf dem KOA-Campground angekommen. KOA steht eigentlich für überwacht gute Qualität, aber anscheinend nicht für Kompetenz der Mitarbeiter, denn die uns zugewiesene Campsite war bereits von einem Cruise America Camper belegt. Wir führen daraufhin zum Office zurück, und man zeigte sich verwundert, gab uns aber einen anderen Platz. Leider mussten wir feststellen, dass auch dieser Platz nicht mehr frei war. Auf ihm war eine Popcornbude abgestellt. Noch mal zurückfahren wollten wir aber nicht mehr und stellten uns einfach auf irgendeinen freien Platz hin.

Da es hier ein Ameisenproblem gab, hat Gunnar noch Waschmittelpulver um die Reifen und Schlauchanschlüsse gestreut. Das verhindert, dass die kleinen Viecher über Reifen und Schläuche ins Wageninnere krabbeln können.

Etwas später, wir waren gerade beim Abendessen, bemerkten wir, wie ein anderer Camper immer um unseren Platz herumfuhr. Anscheinen standen wir auf seinem Platz. Shit happens…



USA Rundreise Tag 3

03 Sep 2003
3. September 2003

Die 3-Minuten-Dusche

Pfeiffer Big Sur S.P. – Malibu Beach
Route: Immer den Highway #1 Richtung Süden entlang

Die kombinierte Dusch-Wasch-Toiletten-Nasszelle von ca. einem Viertel Quadratmeter im Wohnmobil lässt bequemes Duschen im Wagen nicht zu, weshalb wir uns unter anderem entschlossen haben, soweit vorhanden, die Duschen auf den Campingplätzen zu benutzen. Gunnar hatte sich schon am Vorabend schlau gemacht, wie die Campingplatzduschen beschaffen sind: Einzelkabinen, in denen drei Minuten Wasser einen Quarter kosten, was ein Viertel Dollar ist.

Da ich weiß, wie lange ich zuhause immer im Bad brauch, habe ich mir vorgenommen, heut’ mal schnell zu machen, und mir nur zwei Quarters eingesteckt. Mal seh’n, ob’s reicht, oder ob ich nach sechs Minuten hilfeschreiend im Schaum dastehe. Also nackig gemacht und in die Nasszelle gehüpft. Nebenan hörte ich Gunnar schon duschen. Ich schmiss also auch meine ersten 25 Cents rein und machte erstmal einen Satz rückwärts, als mich der erste kalte Strahl traf. Langsam wurde das Wasser wärmer und wild fuchtelnd seifte ich mich von Kopf bis Fuß ein; Zeit ist halt auch hier Geld. Als Gunnar herüber rief, ich solle mich beeilen, weil die Zeit gleich um ist, war ich schon komplett entseift und konnte den Rest der Zeit jetzt richtig genießen. Drei Minuten! Das werde ich zuhause nie schaffen; den zweiten Quarter konnte ich also wieder einstecken.

Nachdem wir die Betten gemacht und gefrühstückt hatten, fuhren wir weiter in Richtung Süden, immer noch auf dem Highway #1. Nach ein paar Meilen erreichten wir die Einfahrt zum Julia-Pfeiffer State Park und legten hier noch einen kleinen Stopp ein. Viel gab es hier nicht zu sehen. Das Wetter war ein wenig bedeckt, aber trotzdem war die kleine romantische Bucht, die man von weit oben sehen konnte, den kurzen Halt wert.

Heute wollten wir richtig “Strecke machen” und bis Santa Barbara kommen; dafür sollten es am nächsten Tag nur kurze 112 km nach Malibu werden. Unterwegs überlegten wir uns aber, dass wir gar nicht so recht wussten, was wir in Santa Barbara wollten und wir die paar Kilometer auch noch fahren könnten. Da wir deshalb aber etwas später in Malibu Beach ankommen würden, rief Gunnar vorsichtshalber von Los Alamos aus auf dem Campground an. Nachdem alles klar und der Platz gebucht war, fuhren wir weiter. Der Highway #1 führt nicht immer direkt an der Küste entlang, sondern geht manchmal etwas ins Landesinnere, dann aber vorbei an endlosen Erdbeerfeldern. Irgendwie schafften wir es aber nicht, anzuhalten, um uns ein Schälchen für unterwegs zu kaufen.
Es dämmerte schon ein wenig, als wir in Malibu Beach auf dem Campingplatz ankamen. Der Platz mit Oceanview kostete schlappe 48$, womit wir schon gerechnet hatten. Für das Geld hätten wir aber etwas mehr erwartet, aber die Lage hoch über der Küstenstraße, der Blick aufs Meer und die Nähe zu L.A. will bezahlt werden. Es war halt ein typischer Grosstadt-Campingplatz, zwar mit allem Komfort, aber mit wenig Grün und wenig Platz ums Auto herum.

Nach dem Abendessen stellten wir unsere Klappstühle vor den Wagen und ließen bei einem leckeren Kalifornischen Wein den Tag im Sonnenuntergang ausklingen. Dabei beobachteten wir die vielen Camper, die jetzt noch in der Dunkelheit auf den schmalen Campsites einparkten. Als die Sonne hinter dem Horizont verschwunden war, zogen auch wir uns in den Wagen zurück und fanden, dass es mal wieder Zeit fürs Bett war. Bei einer Geräuschkulisse aus Meeresrauschen und viel befahrener Straße schliefen wir langsam ein.



USA Rundreise Tag 2

02 Sep 2003
2. September 2003

Rollende 14m²

Übernahme Wohnmobil und Fahrt zum Pfeiffer Big Sur S.P.
Route: Von San Francisco aus auf die 101 South Richtung Monterey, dort auf den Highway #1 South nach Big Sur

Es war eine gute Entscheidung, dass wir am Vorabend nicht mehr in Downtown San Francisco waren. So konnten wir früh schlafen gehen und waren am nächsten Morgen wenigstens ausgeschlafen, als der Wecker um 5:00 Uhr klingelte. Wir hatten einen “early pickup” gebucht, was bedeutete, dass Moturis, unser Wohnmobil-Vermieter, uns schon um 7:00 Uhr abholte. Frühstück gab’s ab 6:00 Uhr und so standen wir pünktlich mit Sack und Pack im Foyer und warteten auf das Shuttle. Einige andere (Deutsche) waren leider noch im Bett, was bedeutete, dass sich die Abfahrt um eine halbe Stunde verzögerte.

Die Fahrt zur Vermietstation dauerte auch noch mal 30 Minuten und zeigte uns, wie groß selbst San Francisco nebst seinen Vororten ist. Die Formalitäten in der Station waren schnell erledigt. Wir schlossen nur noch ELVIP ab, eine Zusatzversicherung, die die Selbstbeteiligung für Schäden von 2.000 auf 200 Dollar reduziert, mieteten zwei Klappstühle und haben dann auf die Einweisung in die technischen Details des Wohnis gewartet. Auf dem Hof stand er schon: Ein 21-Fuß-Ford E-350 Superduty, der echt aussieht, wie ein amerikanischer Krankenwagen. Unser Kennzeichen: H44TVK aus Florida. Da wir den Wagen besenrein wieder abgeben müssen, hatte Gunnar noch die gute Idee, nach einem Besen zu fragen, den wir auch ohne Probleme bekamen.

Da saß ich nun also hinter dem großen Lenkrad des ungewohnt großen Wagens, drehte den Schlüssel um, und der 3,5-Liter-Motor blubberte los. Für amerikanische Verhältnisse hatten wir übrigens ein sehr kleines Wohnmobil und auch die Maschine befand sich mit ihren 230 PS eher im unteren Level. Uns reichte das aber und zufrieden steuerten wir unser erstes Ziel an: Der erste Einkauf. Schon zuhause hatten wir uns schlau gemacht und wussten, dass in der Nähe ein Safeway-Markt ist. Auf der recht ungenauen Karte von Moturis war er auch verzeichnet, sodass wir ihn nach einer Runde durch die Nachbarschaft auch gefunden hatten.

Einen Zettel hatten wir uns nicht gemacht; Gunnar meinte: “Kaufen wir einfach ein wie immer”. Wir also rein in den Laden und von links nach rechts alle Regale durchgestöbert. Hauptsächlich Getränke und Fertiggerichte, aber auch Brot, Kaffee, Milch und Erdnussbutter landeten im Einkaufswagen. Gunnars letztes Ziel war die Bäckerei, wo wir uns erstmal zwei leckere Donuts aussuchten. Was uns sofort auffiel, waren natürlich die vielen uns fremden Markennamen, aber auch die Freundlichkeit, mit der das Personal uns begegnete. Ständig wurden wir mit einem herzlichen “Hello” begrüßt und der Frage, ob wir alles finden, was wir suchen. Außerdem fiel auf, dass einige Lebensmittel wie Säfte, unsere Chunky-Suppen und Cerealien recht teuer sind.

An der Kasse wird übrigens nicht mehr “plastic or paper” gefragt; man packt unsere Lebensmittel gleich in Plastiktüten ein. Diese eignen sich hervorragend als Mülltüten, wie wir später feststellten. Nachdem wir unseren ersten 100$-Einkauf im Wagen verstaut hatten, dirigierte mich Gunnar fast perfekt zum Winchester-Haus, welches wir uns nur kurz von außen ansahen, da uns die Eintrittspreise für die Führungen dann doch etwas zu hoch erschienen.

Mittlerweile ist es auch schon richtig mollig warm geworden, und wir waren froh, wieder im Wirkungskreis unserer Klimaanlage zu sitzen, und so fuhren wir auf den Highway #1, der Küstenautobahn, die von San Francisco nach L.A. führt. Unser nächstes Ziel ist der “Pfeiffer Big Sur State Park” ca. 250 km südlich von S.F.. Die Strecke dorthin ist wirklich wunderschön. Sie schlängelt sich meistens direkt an der Küste entlang und hat viele Möglichkeiten anzuhalten und den Ausblick zu genießen. Das taten wir natürlich auch reichlich.

Am Nachmittag kamen wir dann in Big Sur an; die Einfahrt zum State Park und zum Campingplatz geht direkt vom Highway #1 links ab. Wieder werden wir freundlich empfangen und sorgen sogar für ein wenig Unterhaltung, als sie erfuhren, dass Gunnar den gleichen Nachnamen hat wie die Namensgeber des Parks. Für 16$ mieteten wir uns einen echt schönen Stellplatz. Da es sich um einen staatlichen Platz handelt, hatte es dort keine Hookups (Wasser-, Abwasser- und Stromanschlüsse für den Wagen), dafür aber öffentliche Toiletten und Bezahl-Duschen. Außerdem sind die Stellplätze auf staatlichen Plätzen meistens recht groß und naturbelassen.

Wir kochten uns dann erstmal einen Kaffee, verputzten unsere Donuts und genossen unseren ersten richtigen Urlaubstag in Amerika.

In der Karte des Parks waren ein paar Trails eingezeichnet, und wir suchten uns einen Rundweg durch die umliegenden, bewaldeten Hügel bis hin zum Pfeiffer’schen Wasserfall aus. Puh, das war ganz schön anstrengend, da es doch teilweise recht steil hinauf ging. Manchmal brannte einem die Sonne auf der Haut, und man schwitzte, und im Schatten war es dann mit den feuchten Klamotten fast schon wieder zu kühl. Der Wasserfall entschädigte uns dann aber für die leichte Strapaze und außerdem ging’s von da an ja auch fast nur abwärts. Es dämmerte schon, als wir wieder unten ankamen, und so machten wir uns auf den Weg zum Wohni, denn langsam meldete sich der Hunger.



USA Rundreise Tag 1

01 Sep 2003
1. September 2003

Ein langer Tag

Route: Flug Hamburg – London Heathrow – San Francisco

Wie sonst auch, begann auch unser erster Urlaubstag sehr früh. Um 3:30 Uhr klingelte der Wecker. Da wir am Vortag schon alles vorbereitet hatten, brauchten wir nur noch zu duschen, zu frühstücken und aufgeregt auf’s Taxi zu warten, welches auch pünktlich um 5:00 Uhr vor der Tür stand und uns zum Hamburger Airport brachte.

Zuerst ging es nach London, wo wir kurz vor 8.00 Uhr Ortszeit ankamen. Kurz vor der Landung hatten wir das erste schöne Urlaubserlebnis: wir flogen direkt über die Londoner City an der Themse entlang und sahen dann alles, was wir vor Monaten schon zu Fuß abgegangen waren und besichtigt hatten, wie London Eye, Tower Bridge, Lizzy’s Palast usw.. In London hatten wir aber noch 2h 40min Aufenthalt. Eindeutig zu viel, denn man weiß irgendwie nichts mit der Zeit anzufangen und will endlich weiter.

Gegen 11:00 Uhr war es dann so weit, und wir bestiegen eine restlos ausgebuchte Boeing 747-400 der British Airways. Mit manchmal weit über 900 km/h ging es Richtung San Francisco. 10h 35min Flug lag vor uns. 10h 35min in einer viel zu engen und mit (für mich) viel zu wenig Beinfreiheit ausgestatteten Economy-Class. Aber zumindest der Service stimmte. Getränke wurden ständig gereicht, es gab zwei Mahlzeiten und wir konnten zwischen 12 Fernsehprogrammen mit teilweise aktuellen Kinofilmen und 16 Radiosendern wählen. Zu Beginn stießen wir erstmal mit einem Glas kalifornischen Weißwein an; zum Mittagessen gab es die zweite Miniflasche davon.

Irgendwann tun einem die Beine aber so weh, und außerdem wird einem langweilig. Es drängt einen danach, aufzustehen und zumindest für ein paar Minuten die Füße zu vertreten und die Glieder auszustrecken. Kurz vor Schluss des Fluges konnten wir sogar den Mount St. Helens sehen, der seine Spitze durch die Wolken streckte.

Als die Maschine pünktlich um 13:35 Uhr in San Francisco aufsetzte, waren wir froh, endlich wieder ein paar Schritte gehen zu können, und ich war vom Flug ziemlich kaputt und müde.

Nun mussten wir uns aber erstmal unser Shuttle zum Hotel organisieren, denn das wartete nicht wie gedacht auf uns. Aber an dem wirklich sehr übersichtlichen Flughafen fanden wir den Halteplatz sehr schnell und riefen beim Hotel an. Kurze Zeit später kam auch das Shuttle und brachte uns zum nahe gelegenen Clarion Airport Hotel.

Wir hatten uns ja eigentlich vorgenommen, nur schnell zu duschen und dann noch mal mit der BART (die Stadtbahn in S.F.) nach Downtown zu fahren. Das erschien uns aber etwas kompliziert, und zumindest ich wurde immer müder, sodass wir uns entschlossen, im Hotel gemütlich was zu essen und dann schlafen zu gehen.

tschöööö

31 Aug 2003
31. August 2003

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