Weihnachten mit der Familie

Früher war Weihnachten noch aufregend. Ich kann mich daran erinnern, das mein Vater zu Heiligabend meine Oma zu uns holte und in Ermangelung eines PKWs tat er das mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.
Wir Kinder blieben meistens zuhause und ich durfte mir bis zum frühen Nachmittag noch die Zeit ein wenig vor dem Fernseher vertreiben, in dem irgendwelche Weihnachtsfilme liefen. Eine Zeitlang bin ich mit den Nachbarskindern am Nachmittag sogar in die Kirche gegangen, weil es dort immer besonders festlich war und wir alle danach gemeinsam mit einer Kerze deren Flamme mit einem Plastiktrinkbecher vor Zugluft geschützt wurde, in der Hand nach Hause gingen.
Zuhause angekommen, duftete es bereits nach Essen und die Tür zum Wohnzimmer war verschlossen. Nur meine Eltern und meine Oma, die mit meinem Vater bereits eingetroffen war, durften hinein. Die Tür war zum Teil vermilchglast, so dass ich schon schemenhaft den Weihnachtsbaum erkennen konnte, mehr aber nicht.
Bis 17:00 Uhr hielten wir Kinder uns dann in unserem Zimmer auf, aber dann durften wir ins Weihnachtszimmer und den Baum mit all den Geschenken darunter bestaunen. Jetzt nahm die Gemeinheit ihren Lauf, denn zuallererst wurde gegessen – meistens gebratenes Fischfilet mit Kartoffelsalat – und erst danach durften wir unsere Geschenke auspacken. Am ersten Weihnachtstag stand ich immer ganz früh auf um schon vor dem Frühstück mit meinen neuen Spielsachen zu spielen. Mittags ging dann die ganze Familie ins Blockhouse in Bergedorf essen und irgendwann musste auch meine Oma wieder nach Hause gebracht werden.

Heute ist Weihnachten etwas anders. Zum Beispiel der gestrige heilige Abend. Wir hatten meine Mutter und meinen Bruder zum Essen eingeladen und waren gerade dabei dieses vorzubereiten. Gunnar hatte wie immer aus unserem Deko-Fundus einige Dinge herausgesucht und unseren Tisch festlich eingedeckt (siehe Fotos). Der Crémant stand kalt und ich wollte gerade die beiden Fasane zerlegen, um sie für den Backofen vorzubereiten, als es 35 Minuten vor der Zeit bereits an der Tür klingelte. Unsere Gäste waren schon da. (Wir finden ja, das Pünktlichkeit völlig ok ist, aber so früh ist etwas überzogen, denn wir hatten weder das Essen fertig vorbereitet, noch die Kerzen im Haus entzündend, noch waren wir umgezogen.)
Während Gunnar sich also eilig umzog, wusch ich mir die blutigen Hände. Gunnar, nun umgezogen, zündete die Kerzen an, als ich fluchend nach oben rannte, um mich umzuziehen. Von oben hörte ich wie Gunnar unsere Gäste hinein lies und verhinderte, dass die Beiden vom Wohnzimmer in Küche und Esszimmer liefen, was etwas schwierig ist, da alles ein einziger großer Raum ist. Nun war ich an der Reihe und konnte mir nach dem obligatorischen “Frohe Weihnachten” nicht verkneifen zu erwähnen, dass so frühe Gäste ja der Alptraum eines jeden Gastgebers sind, woraufhin ein kurzes Zwiegespräch der beiden darüber entstand, wer denn nun Schuld an dem frühen Erscheinen war. Ich hörte mir das nur von der Küche aus an, wo ich mich wieder meiner blutigen Tätigkeit an den Fasanen widmete. Als diese nun pünktlich im Ofen verschwanden, fiel bei mir die Hektik etwas ab und wir tranken alle gemeinsam den prickelnden Schaumwein.
Ist es nicht schön?


Vor zwei Tagen ging ein Aufschrei durchs Netz, als Instagram seine Geschäftsbedingungen änderte. Das Recht die Bilder (bei sich) zu verbreiten hat der Fotosharing-Dienst Instagram ja sowieso, sonst dürfte es sie nicht veröffentlichen, nun soll dieses wohl dahingehend ausgeweitet werden, dass sie die Millionen von Fotos auch gegebenenfalls anderweitig verwenden, oder sogar verkaufen darf.
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