Wie viel Social Network braucht der Mensch?
Vor ein paar Tagen erhielt ich eine Nachricht von einem ehemaligen Facebookfreund. Wie ihr wisst habe ich auf meinem privaten Account ja alles, inkl. der Kontakte gelöscht. Er schrieb ganz besorgt, ob denn irgendwas los sei, denn in unserem Blog, er meinte styve.de, passiere ja gar nichts mehr.
Ich schrieb zurück, wie er denn darauf komme, ich blogge doch alle paar Tage etwas Neues. Ja, aber auf Facebook hat er da nichts von mitbekommen. Logisch, wenn ich es dort nicht mehr bekannt gebe. Jetzt war ich tatsächlich etwas entsetzt, ob der Tatsache, das es für einige Menschen anscheinend keine andere Informationsquelle/Kontaktforum als Facebook mehr gibt. Gleichzeitig fühlte ich mich aber auch darin bestätigt, richtig gehandelt zu haben, als ich dort alles gelöscht hab.
Ich war nie ein großer Freund von Facebook, wenngleich ich es auch für einige Zeit mal genutzt bzw. ausprobiert habe. Ich postete kurze Hinweise auf unsere Blogbeiträge und im letzten Urlaub ein paar Fotos für die Daheimgebliebenen. Wohlwissend das meine Daten dort nicht sicher sind und für Werbezwecke verarbeitet werden, was auch ein Grund war, das ich dort nie persönlich wurde, sondern oberflächlich blieb, wie die meisten bei Facebook. Schnell stellte sich dann mir die Frage, wozu das Ganze? Als Werbung für unsere Blogs, mehr nicht. Und dafür gibt es Tools, die, sobald ich einen neuen Blogartikel frei schalte, ein Video auf YouTube online stelle, etc., sofort auf Facebook und Twitter einen Beitrag posten ohne das ich was tun muss.
Dann passierte aber etwas, dass ich so gar nicht erwartet hätte. Die Blogbeiträge wurden auch auf Grund des Facebook-Posts gelesen, was ich an den Referern sehen konnte, allerdings ging man dann zu Facebook zurück um den Blogbeitrag dort zu kommentieren anstatt im Blog, wo der ganze Artikel steht. So gingen also an den eigentlichen Beiträgen im Blog viele Kommentare verloren, weil sie nun bei Facebook standen. Für jemanden der wie ich das Blog nicht nur wie in diesem Beitrag zum Dampf ablassen nutzt, sondern auch als Tagebuch, in dem ich auch nach Jahren immer wieder gerne mal drin blättere und mir auch die Kommentare zu den Beiträgen durchlese ein No Go.
Das war mit der Hauptgrund, warum ich auf Facebook nichts mehr poste, aber auch der, dass es ein großer Zeitfresser ist, so wie alle sozialen Netzwerke, wenn man sie intensiv nutzt. Wertvolle Zeit geht dabei verloren, die man sehr viel sinnvollen nutzen kann, wie wir jetzt gerade wieder merken. 6-8 Stunden die Woche sind wir im Fitnessstudio. Zeit die wir sonst wahrscheinlich beim Fernsehen oder vor dem Rechner verbracht hätten und die wir jetzt nutzen, um etwas für unseren Körper zu tun und dabei auch noch (meistens) die schöne Aussicht genießen.
Für manche mag Facebook & Co. von Nutzen sein, für mich funktionierte es nie so wirklich. Vielleicht wird es ja irgendwann mal ein soziales Netzwerk geben, das auch mir/uns Spaß macht und von dem man dann auch einen wirklichen Mehrwert hat. Bis dahin bleibe ich aber “nur” Blogger und hoffe das sich einige auch mal aus ihren Netzen lösen können und sehen was es sonst noch so im Internet und der Welt gibt. Es wäre schade um die vielen tollen Blogs, die es immer noch gibt.




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