15. Juni 2011

08.05.2011 – An unserem zweiten Tag in NYC war ein weiter Fußmarsch angesagt. Unser Hotel war in Murray Hill, da lag es nahe zuerst einmal auf die berühmte 5th Avenue zu gehen. Bei der Suche nach einem Frühstückscafé kamen wir am Empire State Building (diesmal wirklich) vorbei. Das Erstaunliche an diesen großen, weltberühmten Gebäuden ist, dass je näher man ihnen zu Fuß kommt, desto unauffälliger werden sie und man muss aufpassen, nicht einfach dran vorbei zu gehen.




Da wir sehr früh auf den Beinen waren und es zudem auch noch Sonntag war, hatten noch nicht alle Läden, wo wir hätten frühstücken können, geöffnet. Wir fanden dennoch eines, das zwar optisch nicht so viel her machte, der Hunger trieb uns aber hinein.
Es gab ein großes Buffet und das sah auch wirklich ganz ok aus, aber es wurde nicht ganz klar was es kosten würde. Erst hinterher stellten wir fest, das es an der Kasse einfach abgewogen wurde. So bestellten wir am Tresen und ließen es uns frisch zubereiten. Gunnar wollte ein French Toast, Rührei und Bacon. Ich mochte es dem etwas grummeligen Koch nicht so kompliziert machen und orderte das Gleiche. Mir sagte das Frühstück nicht so sehr zu, Gunnar aber mampfte alles auf und sogar noch einem Teil von meinem.
Danach ging es gestärkt wieder auf die 5th Avenue wo wir geradewegs auf das Flatiron Building zusteuerten, jenem bekannten dreieckigem Gebäude, das an der Ecke 5th Ave./E23rd. St. einen extrem spitzen Winkel hat.
Von hier aus marschierten wir weiter nach Greenwich Village zur Christopher Street in der das Stonewall Inn steht, das schwule Lokal in dem am 28. Juni 1969 der Aufstand von Schwulen und Lesben gegen die diskriminierende Behandlung der Staatsmacht begann und mit Unterbrechungen bis zum 3. Juli dauerte. Dieser Aufstand ist der Beginn der Schwulen- und Lesbenbewegung, dem seither die weltweiten CSDs und Pride-Veranstaltungen gewidmet sind.


Danach wollte Gunnar gerne zum den Hudson River unterquerenden Holland Tunnel in dem der Film “Daylight” mit Sylvester Stallone spielte. Da dort aber seit dem 11. September, sehr strenge Sicherheitsvorschriften gelten, war das Annähern an die Tunneleinfahrt und auch das Fotografieren dort, nicht erlaubt, worauf man uns bei unserem Versuch beides zu tun, lautstark hinwies.
Apropos Sicherheitsvorschriften und Polizeipräsenz. Wir näherten uns dem Ground Zero und dem Finanzdistrikt. Diese Gegend wird massiv überwacht und man sieht Polizei und Überwachungskameras an jeder Ecke.
Der Ground Zero ist noch eine riesige Baustelle auf dem der Freedom Tower mittlerweile deutliche Dimensionen annimmt. Neben weiteren Gebäuden wird es hier natürlich auch noch eine Gedenkstätte für die Opfer der Anschläge vom 11. September geben. Wir gingen fast um das ganze von einem Bauzaun umgebene Areal. Obwohl sich hier sehr viele Touristen aufhielten, war es auffallend ruhig und die Atmosphäre, auch für uns etwas beklemmend, haben wir die schrecklichen Bilder, als die Twin Tower einstürzten ja immer noch deutlich vor Augen.





Von hier aus steuerten wir dann den Battery Park an. Dort starten die Liberty Island Ferries zur gleichnamigen Insel auf der die Freiheitsstatue steht. Hier holten wir uns dann auch unseren ersten Sonnenbrand, denn wir dachten nicht, dass das Wetter so klasse werden würde und haben es natürlich vergessen uns einzucremen. Auf der Insel hat man natürlich nicht nur einen guten Blick auf das 1886 eingeweihte und für Millionen von Immigranten bedeutsame Freiheitssymbol, sondern auch auf die Skyline von New York. Auf dem Rückweg macht die Fähre noch einen Stopp bei Ellis Island, auf der sich das Immigration Museum befindet, das ließen wir aber aus, denn wir hatten ja noch einiges vor.
Das nächste Ziel war der Financial District mit der Wall Street und der New York Stock Exchange. Diese Gegend wirkt sehr clean und ist natürlich stark bewacht. Fahrzeuge die in die Wall Street fahren wollen, müssen erst einmal eine Straßensperre passieren wo das Auto dann von oben bis unten durchsucht wird (inkl. Sprengstoff-Spürhunde). Dementsprechend leer sind die Straßen in dem Destrict auch.
Ein weiteres Highlight in jedem Reiseführer ist die Brooklyn Bridge, die auf der östlichen Seite Manhattans den East River überspannt. Dort gibt es einen schmalen Fußgängerweg, der oberhalb der Fahrspuren verläuft und am Tag unseres Besuches sehr voll war. Die New Yorker zieht es am Wochenende wohl auf ihre Brücke. Diese machte auf uns eher einen baufälligen Eindruck, weshalb ein Teil von Ihr wohl auch gerade von Bauplanen abgedeckt war. Wir gingen bis zum ersten Pylonen und machten uns dann auf den Rückweg und auf die Suche nach einem Starbucks.


Nachdem wir uns dort erfrischt und gestärkt hatten, machten wir uns über den Broadway auf den Weg zurück zum Hotel. Im südlichen Teil ist der Broadway eine Shoppingmeile auf der auch am Sonntag alle Geschäfte geöffnet hatten und dort dementsprechend viel los war. Obwohl uns die Füsse bereits schmerzten, machten wir einen Stopp in einem sehr coolen Hollister Store. Dieser sah zwar von Innen aus wie jeder andere auch, erstreckte sich aber über gefühlte 10 Etagen. Heute wollten wir aber nicht schoppen und machten uns wieder auf Richtung Murray Hill.
Der Rest des Weges zog sich, Füße und Rücken meldeten sich zu Wort, kein Wunder, waren wir jetzt doch mittlerweile über 9 Stunden unterwegs. Im Hotel angekommen machten wir erstmal ein Nickerchen, bevor wir uns auf die Suche nach unserem Abendessen begaben.
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