Monatsarchiv: August, 2010

2010 – Casting-Shows ohne Ende

28 Aug 2010
28. August 2010

Dieser Herbst wird fernsehseitig geprägt von diversen Casting-Shows. Wer sie alle schauen will, muss viel Zeit mitbringen.

RTL nervt natürlich wieder mit „Deutschland sucht den Superstar“, eine Reihe die Ihren Namen noch nie gerecht geworden ist. Aber immerhin sollen, wie ich gehört habe, in dieser Staffel die Teilnehmer alle ein Führungszeugnis und eine Schufa-Auskunft vorlegen. Warum nur? Will man dadurch an Niveau gewinnen? Dabei waren doch gerade die Skandale und persönlichen Schicksale der Teilnehmer das Zugpferd von DSDS und eher nicht das mehr oder weniger gute Singsang der Teilnehmer.

Pro7 bringt mit Popstars auch wieder Altbewährtes. Dieses Jahr versucht man es mal wieder nur mit Mädels, denn das Motto ist „Girls forever“. Es bleibt zu hoffen, das Pro7 aus dem Debakel von 2009 gelernt hat und die Show nicht wieder zu einer Dauerwerbesendung verkommen lässt. Zumindest waren wohl 2009 die Werbeeinnahmen wichtiger als der Erfolg der Gewinnerband „Some & Any“, von der zwar noch ein Album erschienen ist, was aber wohl eher ein notwendiger Vertragsbestandteil war. Nach 6 Monaten war dann aber auch schon wieder Schluss mit der Band (ein trauriger Rekord in der Geschichte von Popstars).


Keiner ruft an… / Foto © Christian Barz

Schade, Vanessa und Leo waren wirklich sympathisch, aber hierzulande verheizt man wohl lieber junge Talente als sie richtig zu fördern. Vielleicht muss man den Verantwortlichen mal sagen das Erfolg auch Geld bringt, dass man dann auch mit einem guten Gewissen zählen kann. Nach dem aus von Some & Any hat Leo übrigens einen Vertrag bei Dieter Bohlen unterschrieben. Mal sehen was daraus wird.

Auch Sat1 castet in diesem Jahr mal ein wenig und zwar Rentner, wobei bei dem Format „Rock statt Rente“ wohl eher der Spaß statt der Chart-Erfolg im Vordergrund steht.

Ebenfalls neu im deutschen Fernsehen ist das englische Erfolgs-Format „X-Factor“, auf Vox und RTL, bei dem in drei Kategorien gecastet wird und dann die Erfolgreichste gewinnt. Im Herkunftsland hat X-Factor schon echte Stars hervorgebracht (Leona Lewis (2006), Alexandra Burke (2008)), es bleibt abzuwarten, ob das in Deutschland auch funktioniert, ich glaube eher nicht. Bisher haben wir die ersten Castings von Popstars und von X.Factor angeschaut, wobei mir letzteres wirklich mehr Spaß macht.

Unser rasantes Wochenende

25 Aug 2010
25. August 2010

Vor ein paar Wochen erhielten wir eine Einladung zum 6. Rennen im Porsche Carrera Cup, das im Rahmen der DTM am letzten Wochenende im Holländischen Zandvoort stattfand. Eingeladen hatte ein Dienstleister meiner Firma, der eines der Rennteams sponsert.


Wir brauchten uns eigentlich nur um die Anreise kümmern, ansonsten wurden wir die ganze Zeit perfekt umsorgt. Zandvoort selbst ist ein Badeort, der irgendwo in den Siebzigern des letzten Jahrhunderts hängen geblieben ist. Sehr viel Beton an dem die Zeichen der Zeit gewaltig genagt haben. Wir reisten bereits am Freitag an. Unser Hotel war im wahrsten Sinne des Wortes das erste am Platz und lag direkt am Meer und an der Rennstrecke.

Am Samstag morgen ging es dann gleich los. Der Team-Chef und seine Assistentin holten uns im Hotel ab und versorgten uns mit allen nötigen Infos und Eintrittskarten. Die 500 Meter zur Rennstrecke und ins Porsche Fahrerlager legten wir zu Fuß zurück. Zuerst ging es zur Porsche Hospitality, wo wir ein wichtiges Bändchen ans Handgelenk bekamen, das nicht jeder bekommt. Wir befanden uns in einem großen Zelt mit Lounge-Charakter, fein eingerichtet mit Möbeln von Rolf Benz. Hier konnten wir uns zwischen den Rennen aufhalten und wurden mit Leckereien, die im 2 Stunden-Rhythmus wechselten, versorgt.


Die meiste Zeit wurden Rennen der DTM und im Seat Leon Supercopa gefahren. Im Porsche Carrera Cup selbst gab es nur zwei Entscheidungen (Samstag Qualifying, Sonntag Rennen). Die ließen wir uns natürlich nicht entgehen und drückten „unserem“ Team fest die Daumen. Zwischen den Rennen und wenn wir nicht gerade in der Hospitality waren bekamen wir Führungen. Es wurde uns alles genau gezeigt und erklärt. Auch für private Gespräche mit den Teammitgliedern war immer Zeit.

Als dann am Samstag alle Rennen gefahren wahren, war dann auch die Rennstrecke frei für uns, denn man ermöglichte uns eine Fahrt im Renntaxi. Nicht jedes Team verfügt über so einen Wagen, unseres schon. Es war ein Wagen aus dem Vorjahr, der mit einem Beifahrersitz ausgestattet wurde, aber ansonsten identisch mit den Rennfahrzeugen ist. Wie der Fahrer, mussten wir natürlich auch einen feuerfesten Rennanzug, Sturmhaube und Helm anziehen. Bei 28 Grad Außentemperatur nicht gerade angenehm. Dann ging es in die Boxengasse und einer nach dem anderen wurde mit dem schwarzen Boliden über die extrem kurvige Strecke in Zandvoort gefahren.

Nun bin ich dran. Ich zwänge mich in den Schalensitz und werde von einem Helfer mit dem Sechs-Punkt-Gurt fixiert. Körper und Sitz sind augenblicklich eins. Nur Arme und Beine kann ich noch frei bewegen, den Kopf ein bisschen. 450 PS, nur knapp über 1 Tonne Gewicht, keine Servolenkung, kein Bremskraftverstärker. Der Fahrer betätigt den Startknopf und Sekunden später werde ich mit einem Druck in den Sessel gepresst, den ich in einem Auto noch nie gespürt habe. Die Strecke besteht fasst nur aus Kurven und Kuppen und soll verdammt schwierig zu fahren sein. Das merke ich auch. Zeit zum nachdenken bleibt aber nicht, wenn man mit mehr als 200 Sachen auf eine Kurve zu rast und es erst im allerletzten Moment verzögert wird. Der Fahrer hat richtig zu tun. Ein Fehler und wir landen im besten Fall im Kiesbett. Dann aus der Kurve in die Zielgerade. Wieder werde ich in den Sessel gedrückt. Wir fahren noch eine Runde. Einfach nur geil. Beim Aussteigen geht es mir wie allen, die vor mir dran waren. Hochroter Kopf und ein Grinsen im Gesicht.



Am Abend gingen wir dann fein Essen. Am nächsten Tag weckten uns die Wellen vom nahen Meer, kurz bevor der Wecker klingelte. Zum Frühstück waren wir mit dem Rennteam bei Porsche verabredet. Am Vormittag dann das entscheidende Rennen. Unser Team holte keinen der ersten Plätze, liegt aber in der Gesamtwertung immer noch vorn. Am frühen Nachmittag verabschiedeten wir uns von allen. Wir haben an diesem Wochenende einen Sport, den wir bisher nur aus der Ferne kannten und die Menschen die ihn leben, hautnah kennengelernt. Wir erfuhren das Rennfahrer und die, die damit zu tun haben ganz normale Menschen sind, wie du und ich und dass sie einen ziemlich harten Job machen. Wir erlebten keine Spur von Arroganz oder elitären Gehabe, sondern einfach nur verdammt nette Menschen.

Sind Hunde die besseren Menschen?

24 Aug 2010
24. August 2010

So traurig dieses Video auf den ersten Blick auch sein mag, so beeindruckend ist es auch. Ein Hund wird von einem LKW angefahren und bleibt schwer verletzt auf der Autobahn liegen. Die Autos fahren einfach weiter, überrollen das hilflose Tier sogar erneut. Plötzlich taucht ein anderer Hund auf und rettet seinen Artgenossen auf den sicheren Seitenstreifen. Wenig später kommt die Ambulanz. Beide Hunde überleben das Drama.

Zurück aus den Niederlanden

22 Aug 2010
22. August 2010

Vor ein paar Stunden sind wir aus Zandvoort zurückgekommen. Was wir dort unter Anderem das ganze Wochenende getrieben haben, könnt ihr anhand des Fotos vielleicht erahnen. Nur so viel für heute: Die Anzüge tragen wir nicht nur zum Spaß und nein, die Motorroller haben damit nichts zu tun! Mehr dazu in Kürze.

Brownie on Tour

19 Aug 2010
19. August 2010

Wie ihr Euch ja sicherlich erinnert hatte Brownie bei unserem kleinen Kreativwettbewerb den ersten Preis gewonnen: Eine Übernachtung inkl. Frühstück im Parkhotel Hasenbude plus Sightseeing-Tour in Hamburg.

Letztes Wochenende war es nun soweit. Brownie hat uns besucht und ging mit uns auf Entdeckungstour in Hamburg. Da unser Gast eine kleine Wasserratte ist, zog es ihn nach einem ausgiebigen Frühstück erst einmal in den Hamburger Hafen. Wie zeigten ihm das Dockland, ein Bürogebäude direkt am Wasser mit einem großen Aussichtsdeck auf dem Dach.





Dann ging es rüber zu den Landungsbrücken und in die historische Speicherstadt. Aber was wäre ein Besuch in Hamburg ohne ausgiebiges Shopping? Da Brownie die Europa-Passage noch nicht kannte, führt uns der Weg natürlich zuerst dorthin. Ganz begeistert war er vom dortigen Bärenausstatter.

Den Tag beendeten wir beim gemeinsamen Abendessen und nach soviel frischer Luft war Brownie auch ziemlich müde und ratzte schnell ein.

Wovor habt Ihr eigentlich Angst? Die nervige Diskussion über Google Street View

17 Aug 2010
17. August 2010

Es scheint ein Politikum geworden zu sein, die Diskussion in diesem Lande über Google Street View. Ganz im Ernst Leute, mir geht das ganze gehörig auf den Keks. Dieses Gerede darüber, welche Gefahren dieser Dienst, den es immerhin schon seit 2007 (in den USA) gibt, angeblich mit sich bringt. Aber was für Gefahren sind das? Besteht jetzt, weil Google unser Haus fotografiert hat, eine höhere Einbruchsgefahr? Wohl kaum. Street View zeigt keine Livebilder. Wenn sie online sind, werden sie schon einige Monate alt sein und Google wird euer Haus nicht jährlich und auch wahrscheinlich nicht alle fünf Jahre neu ablichten, dafür sind der betriebene Aufwand und die Kosten viel zu hoch. Es ist wohl eher der Punkt, das jemand im Vorgarten den ungemähten Rasen, die nicht geputzten Fenster oder die überquellende Mülltonne sehen könnte und das ist mal wieder typisch deutsch.

Oder ist es vielleicht nur weil Google das tut? Dabei ist Google doch eines der wenigen Unternehmen dieser Welt, das es versteht seine Interessen und die seiner Kunden und Nutzer in Gleichklang zu bringen. Nur hierzulande wird die Waage wieder ins Ungleichgewicht gebracht: Google Street View nutzen will jeder, selbst aber seinen Teil dazu beitragen aber lieber nicht. Dann haben wir eben bald virtuellen Straßenansichten in denen jedes zweite Haus unkenntlich gemacht ist. Schön! Die Urlaubsplanung macht dann doppelt so viel Spaß, weil man ja noch was zum Raten hat, oder auch wenn man vor hat in eine fremde Stadt zu ziehen, in der man sich dann schon mal über Street View ein Bild von seiner eventuell neuen Wohngegend machen will. Das klappt dann richtig gut!

Thema Datenschutz und Privatsphäre. Welche Daten und welche Privatsphäre wird durch den Dienst gefährdet? Jeder kann doch in unsere Straße kommen und unser Haus anschauen und fotografieren. Haben wir auch gemacht als wir bauen wollten. Das die Bilder weltweit zur Verfügung stehen? Wen stört es? Welchen Nachteil bringt mir das?

Viele von uns Leben doch schon in der Öffentlichkeit. Ok, einige sind natürlich zu blöd um das zu merken, aber gehen wir mal von denen aus, die mit bestem Wissen um das was sie da tun z.B. in Blogs, auf Facebook oder Twitter aktiv sind. Hier werden zum Teil sehr private Bilder öffentlich zur Schau gestellt und man weiß nie so genau wo die überall landen. Es gibt, um nur ein Beispiel zu nennen einen Dienst der regelmäßig die Positions-Daten per Handy-GPS erfasst und sie twittert und das, weil der Nutzer es so will. Ein perfektes Bewegungsprofil steht dann öffentlich im Netz.

Sicherlich wird Google den Dienst Street View auch dazu nutzen um Geld zu verdienen, das ist auch sein gutes Recht, denn immerhin stellt es uns etwas zur Verfügung, wovon wir vor 10 Jahren nur geträumt haben und das kostenlos, wie fast alles von Google.

Einen sehr schönen Beitrag zu diesem Thema findet ihr auf Zeit online:
Wie ich lernte, Street View zu lieben.”

© Copyright - styve.de - Impressum - Datenschutz