Monatsarchiv: Mai, 2009

Bloginterview mit Torsten von Savlog

29 Mai 2009
29. Mai 2009

Torstens Blog kenne ich schon ewig und wir haben ihn sogar auf dem Kölner CSD mal zufällig getroffen. Durch ihn bin ich wohl zum Bloggen gekommen, weshalb ich auf seine Antworten besonders gespannt war.

styve.de: Dein Blog Savlog, das damlas ja noch anders hieß, war das erste, das mir bewusst als Blog aufgefallen ist. Obwohl ich etwas am Grübeln bin, denn du schreibst bei dir “übertrieben schwules Internetz seit 2001″ und ich hab ja schon 2000 angefangen. Trotzdem glaube ich fest daran dass du der Auslöser dafür warst, das ich überhaupt angefangen habe zu bloggen. Kannst du ein wenig Licht ins Dunkel bringen und hattest du auch ein Vorbild?

Torsten: Seltsam. Als Weblog habe ich tatsächlich im Januar 2001 angefangen, vorher hatte ich auf einer dieser typischen Endneunziger privaten Homepages eine Art Tagebuch – eben ohne die vielen Vorteile und Bequemlichkeiten, die einem ein Blogservice bietet. Wenn ich also auf dem Weg Auslöser gewesen sein könnte, macht mich das stolz. Ich habe die Wochen vor dem eigenen Start Weblogs für mich entdeckt (vermutlich über eine sexuell inspirierte Yahoo-Suche) und würde einige amerikanische Schwulenblogs (davon habe ich nur noch Jockohomo auf dem Radar) und natürlich Stephan von Malorama als Inspirationsquelle sehen. Daneben noch altgediente Recken wie z.B. Jörg (damals dijalog, jetzt bei tumblr). Back in the days war das ja zumindest in Deutschland auch noch alles sehr übersichtlich, da wurden Neublogger noch herzlich begrüßt und man traf sich zur Party (quasi).

styve.de: Damals warst du noch der Kölnboy. Warum hast du das geändert?

Torsten: Offensichtlich: Wegen ‘Boy’. Das ist ja irgendwann… unangenehm.

styve.de: Was bedeutet dir dein Blog, ist es so eine Art Ventil?

Torsten: Auch. Es ist vor allem eine Spielwiese. Es ist einerseits Tagebuch und ich klicke gerne in all den Jahren, suhle mich in Erinnerungen und schaue mir fasziniert beim Altern zu. Genauso ist es Linkschleuder, wenn ich verdammt noch mal will, dass mehr Leute als nur ich etwas bestimmtes erfahren, sehen oder durchleiden sollen. Oh… und man lernt hin und wieder spannende Leute kennen.

styve.de: Wie würdest du dein Blog mit ein/zwei Sätzen beschreiben?

Torsten: Warum so ausufernd? Übertrieben schwules Internetz.

styve.de: Welche Themen sind in Deinem Blog tabu?

Torsten: Job. Und allzu private Dinge. Das Problem ist, dass Leser scheinbar immer denken, dass das alles real ist. Ist es nicht. Weder bildet das Blog meine Persönlichkeit komplett ab, noch steht irgendwo festgeschrieben, dass das alles wahr sein muss. Sich öffentlich zu machen, birgt also jede Menge Fläche für Missverständnisse – und zumindest im Job und in der Gefühlswelt habe ich auf die keine Lust.

styve.de: Sind Kommentare bzw. der Kontakt zu deinen Lesern wichtig für dich?

Torsten: Jein. Interaktion ist toll, Feedback auch. Aber ich weiß auch, dass die Anzahl von Kommentaren nicht unbedingt ein Indikator für Qualität ist. Ich hab mehrmals Feedback von nem Buchautor bekommen, das war schön und das uneingeschränkte, ewige Torwartidol meiner Jugend im Tal der Ahnungslosen hat sich mal kommentierend gemeldet. Das habe ich allerdings erst drei Jahre später gesehen…

styve.de: Du bist viel in der Szene unterwegs und man kennt dich. Schränkt dich das ein in dem was du schreibst, oder hilft dir das? Würdest du andere Themen anschneiden wenn du, bzw. dein Blog anonymer wären?

Torsten: Man kennt mich? Ich gehe mit dem Blog nicht hausieren und ganz ehrlich, die meisten würde es auch nicht interessieren. Anonymität hat seine Vorteile, aber dafür bin ich zu unkonzentriert und unambitioniert.

styve.de: Du pendelst wohl noch viel zwischen Köln und London hin- und her? Wo gefällt es dir besser und warum?

Torsten: London ist die Wucht und erschlägt einen anders als Köln. Logisch, da gibt es mehr von allem/allen – natürlich auch den Nervfaktoren. Trotzdem ist Köln so speziell wunderbar, dass ich – als ich neulich quasi vor der Wahl stand – Köln gewählt habe. Am schönsten ist es übrigens in Sydney, das werdet ihr ja selbst noch erleben…

styve.de: Gibt es ein besonderes Erlebnis, das du nicht gehabt hättest, wenn du nicht bloggen würdest?

Torsten: Vielleicht nicht den Job, den ich jetzt habe? Die hatten das damals gefunden und fanden das gut. Außerdem die unbezahlbaren magischen Momente mit einigen, die ich kennengelernt habe.

styve.de: Hattest du schon mal den Gedanken gehabt mit dem bloggen aufzuhören, bzw. was wäre für dich ein Grund dein Blog zu schließen?

Torsten: Ja, sicher. Ich habe mich selbst angeödet, hatte Zeitnot, es gibt spannende Alternativen (tumblr, Facebook), viel bessere Internetze und private Missverständnisse. Rechtliche Unsicherheit ist auch kein aktivierender Faktor, wildes Bilder reinkleben und ablästern verkneife ich mir inzwischen. Schließen würde ich es im Augenblick nicht – höchstens in einem Moment hochgradiger Betrunkenheit und emotionaler Fehlsteuerung.

styve.de: Viele Leser würde jetzt bestimmt auch noch interessieren von wo aus du deine Beiträge verfasst. Zeigst du es uns?

Torsten: Im Garten (jetzt ists aber grad dunkel) oder im Bett (auch dunkel, aber ich muss nicht aufstehen).

Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast.

Torsten: Ich habe zu danken. Beantwortest du die Fragen auch irgendwann selbst?

Klar, wenn jemand sich bereiterklärt mir 10 Fragen zu schicken…

Nikon Coolpix P90, 12,1 Megapixel (aktuell)

28 Mai 2009
28. Mai 2009

Seit gestern ist sie da, meine neue Nikon Coolpix P90.

Der 24fache optische Zoom, das neigbare 3.0 Zoll Display und die gute Bildqualität, von der ich mich schon überzeugen konnte, waren ausschlaggebend für den Kauf.
Nun ist unsere Expeditions-Ausrüstung für Australien auch schon (fast) komplett.

Kompliment?

28 Mai 2009
28. Mai 2009

Soll ich es wirklich als solches auffassen, wenn mir jemand sagt:
“Ich muss dir mal ein Kompliment machen, dir merkt man gar nicht an, dass du schwul bist.”

Ich twitter auch nicht

27 Mai 2009
27. Mai 2009

Ach das wollte ich eigentlich immer schon mal schreiben, aber Schaffrinna hat heute im Design-Tagebuch einen so schönen Beitrag darüber verfasst, das ich mich dem jetzt einfach nur anschließe.

Der für mich schönste Grund der gegen das Twittern genannt wurde:

Ich twittere nicht weil… es einen guten Grund gibt, weshalb Banalitäten wenig Aufmerksamkeit zufällt. Wenn der Kaffee umkippt hole ich lieber einen Lappen und schreibe nicht darüber.

Bloginterview mit Oliver von Ollitalk

24 Mai 2009
24. Mai 2009

Hier kommt nun das sechste Bloginterview und ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich für die vielen lobende Worte für diese Aktion bedanken. Aber heute geht es nicht um mich, sondern um Oliver von Ollitalk.

styve.de: Dein Blog ollitalk.lomologie.de kenne ich schon sehr lange. Seit wann blogst du und was hat es mit der Lomologie in der Url auf sich?

Oliver: Sehr lange trifft es. Ich blogge seit dem 12.09.2003. und das ganz artig auf der ollitalk. Das Layout hat sich in dieser Zeit nur einmal geändert. Ich weiß es noch als ob es gestern gewesen wäre. Habe damals zum Geburtstag vom Elsch ein ziemlich schweres Geschenk bekommen, das ich schlicht weg nicht verstanden habe: ein Stein mit dem Link drauf. Und Gott sei Dank einer Erklärung was ein Blog eigentlich ist, denn in meinem zarten Alter hatte ich von online tuten und blasen keine Ahnung.
Als der Elsch und ich uns kennenlernten (man war das eine süße Geschichte) war klar das wir eine gemeinschaftliche Leidenschaft haben: das Fotografieren. Elsch hat mich dann zur Lomografie gebracht. Als wir damals begannen unsere “Werke” in Galerien auszustellen musste ein Name her. Wir erklärten diese Art der Fotografie schlicht weg zu Wissenschaft (Lomologie) und selber wurden wir zu den Lomologen.
Inzwischen produziere ich keine Lomos mehr, leider, denn meine geliebte LCA ist dem großen Pfingsthochwasser 2007 zum Opfer gefallen.

styve.de: Die schönsten Geschichten schreibt ja bekanntlich das Leben, und so lesen wir mitunter sehr haarsträubende Dinge die dir im Alltag geschehen. Ich denke da an eine sehr entgegenkommende Glasscheibe oder einen brennenden Trainingsanzug? Ziehst du solche Dinge an und wie heißt dein Glücksengel der dafür sorgt, das nicht mehr passiert?

Oliver: Ich glaube nicht das ich solche Dinge anziehe, ich bin mir sehr sicher das viele urkomische Sachen auch den meisten Anderen passieren, aber ich glaube das vielen Menschen eine wichtige Sache fehlt: die Selbstironie über solche Dinge lachen zu können. Und dann fehlt ihnen natürlich noch ein eigenes Blog um es zu kommunizieren. Jedes Drama hat durchaus eine komische Seite.

styve.de: Solche Geschichten sind natürlich ein Segen für jedes Blog (wenn man sich denn traut sie zu veröffentlichen). Sie machen es spannend und interessant. Aber was machst du wenn mal Flaute herrscht?

Oliver: Wenn mal Luft ist, versuche ich konzeptionell mein Blog zu bearbeiten. Zum Beispiel die Idee mit der “Aktion gegen einsame Briefkästen“. Flauten sind aber irgendwie selten.
Ganz ehrlich, ich würde mir mal eine solche wünschen, denn dann könnte ich anfangen die ganzen kreativen Ideen umzusetzen die im Kopf kreisen. Derzeit reifen tief in mir die Gedanken eine Art “Mini Telenovela” zu produzieren und im Rahmen eines Blogs zu veröffentlichen. Oder eine Art Fortsetzungsroman in Form eines Blogs (alles fiktiv).

styve.de: Um dich von Deinen Abenteuern im Alltag zu erholen bist du sehr viel auf diversen AIDA-Schiffen unterwegs. Was reizt dich gerade an dieser Art Kreuzfahrt oder würdest du auch gern mit der QM2 tauschen?

Oliver: Cool, man fährt 2mal und schon prägt man das Bild des ewigen Kreuzfahrers. *Lach*, das finde ich gut. Muss dran liegen das ich manche Themen wohl ziemlich ausreize. Die AIDA Sache hat sich im Kreise drei wirklich guter Freunde entwickelt (die Fantastic Four), haben das letztes Jahr zu viert ausprobiert und mussten feststellen, das es sich dabei um das perfekte Konzept handelt uns vier absolut unterschiedliche Typen gerecht zu werden. Aktion, Entspannung, Kultur und so was halt.
Ganz ehrlich QM2 Southampton ‘ NYC wäre ein absoluter Traum. Irgendwann wenn ich mal groß bin…

styve.de: Welche Themen sind in deinem Blog tabu?

Oliver: Natürlich interne Dinge aus´m Büro. Sex wäre auch so was, vielleicht mal eine anzügliche Bemerkung mehr aber nicht. Ich habe vor einem Jahr begonnen manche persönlichen Beiträge Passwort zu schützen. Das ich aber gerne jedem regelmäßigen Leser mitteile der mir halbwegs bekannt ist.

styve.de: Du blogst unter deinem richtigen Namen. Wie würde dein Blog aussehen wenn du anonym bloggen würdest?

Oliver: Oh je, ganz ehrlich keine Ahnung. Ich denke da würde so rein gar nichts aussehen, denn meiner Meinung nach lebt mein Blog nur gerade weil es persönlich ist. Und das geht nur wenn da auch eine Person dahinter steht. Reine Konzept oder Themenblogs langweilen mich recht schnell.

styve.de: Hast du durchs bloggen schon mal irgendwie Probleme bekommen, sei es durch Freunde, Familie oder Arbeitskollegen?

Oliver: Ja, durchaus. Aber irgendwie waren das alles Anfängerfehler meinerseits. Ein Blog bedeutet schon so was wir Verantwortung im Umgang mit Medien und ich bin ja eher der Typ der sich kopf über in etwas hineinstürzt und schaut was passiert, da holt man sich auch mal blaue Flecken.

styve.de: Hast du einen Lieblingsbeitrag in deinem Blog?

Oliver: Natürlich liebe ich alle meine Beiträge, aber…
Mein Beitrag “Wintersperre” vom 04. Januar 2005. Das war der erste, extrem persönliche Beitrag, von dem ich behaupte das er mir sehr, sehr geholfen hat mit verschiedenen Themen abzuschließen. Der Beitrag hatte damals viel bewegt, verschaffte es doch selbst sehr engen und guten Freunden einen Eindruck davon, das es mir gar nicht gut ging. Hat wohl so keiner mitbekommen. Aber auch sehr schön im weieteren Verlauf der Ollitalk zu sehen wie sich doch alles zum Guten wendet und wie stark man das selber beeinflussen kann.

styve.de: Gibt es ein Thema über das du gerne mal schreiben würdest, was aber bisher aus welchem Grund auch immer noch nicht geklappt hat?

Oliver: Eigentlich würde ich total gerne über meine 2. Identität als Geheimagent der BRD schreiben, aber das darf ich nicht, müsste ich doch im Anschluss jeden Leser beseitigen.

styve.de: Was bedeutet dir der persönliche (virtuelle oder reale) Kontakt zu deinen Lesern?

Oliver: Diese Kontakte sind in Gold nicht aufzuwiegen. Habe es ja in den letzten Jahren öfter erlebt irgendwo fremd zu sein, aber etwas was immer Beständig war ist das Blog und seine Besucher. Und daraus haben sich einige wirklich tolle Kontakte entwickelt. Auch wenn ich noch ein paar Blogger auf meiner Liste habe, die ich unbedingt mal persönlich kennen lernen will/muss/sollte. Egal ob die das wollen.

styve.de: Viele Leser würde jetzt bestimmt auch noch interessieren von wo aus du deine Beiträge verfasst. Zeigst du es uns?

Oliver: Die meisten Beträge schreibe ich tatsächlich Abends beim zu Bett gehen. Klingt komisch, ist aber so.

Vielen Dank für das Interview.

Brückentag

22 Mai 2009
22. Mai 2009

Was man an so einem Brückentag alles schaft ist echt nicht schlecht. Man muss nur früh aufstehen. Früh war bei uns heute um 6:30 Uhr. Nach dem Frühstück gings los.

* Gunnars Wagen zum Spurverbreitern in die Werkstatt gebracht
* dann zum Doc, Impfungen bei Beiden aufgefrischt
* weiter zum Rathaus, meinen neuen Reisepass abgeholt
* danach Wochenendeinkäufe getätigt
* schnell nach Hause und Einkäufe verstaut
* weiter zum Bettenfachmarkt und mir ein neues Kopfkissen gekauft, denn das alte hat die Waschmaschine gestern zerstört.
* dann Gunnars, jetzt breiten Wagen aus der Werkstatt abgeholt
* wieder nach Hause und meinen Wagen abgestellt
* ab zu Ikea einen Hot-Dog gegessen
* bei der Gelegenheit noch einen Schrank gekauft
* nach Hause und Kaffee getrunken
* dann Schrank aufgebaut
* den heute von Kabel Deutschland gelieferten Digital-Receiver gegen den defekten ausgetauscht
* Gunnar schnell noch eine neue Uhr gekauft

Und das war alles gar nicht anstrengend.

* Jetzt entspannt Pizza essen und Wein trinken.

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