Monatsarchiv: September, 2006

Sandkastenspiele

28 Sep 2006
28. September 2006

In vielen Hausbaublogs, die uns auch während unseres Bauens 2005 begleitet haben, passiert nicht mehr viel. Eine rühmliche Ausnahme ist da immer noch das Blog vom Häuslebauer. Uns geht es ähnlich, wenn mal einmal die Woche ein neuer Beitrag kommt ist das schon eine Menge, aber was will man auch schreiben? Im Moment passiert eben nicht so viel und vom wöchentlichen Rasenmähen wollen wir nun wirklich nicht jedes Mal berichten.

Vielleicht machen Euch aber unveröffentlichte Fotos von Haus- und Gartenbau Spaß, die hier noch auf der Platte schlummern. Beginnen wollen wir mit einer kleinen Serie Fotos, die uns beim Bau des Untergrundes für unser zukünftiges Gartenhäuschen zeigen. EIn wenig sieht es ja aus, wie zwei Jungs, die in der Sandkiste spielen.

Viel Mist

27 Sep 2006
27. September 2006

Wenn ich mir mal so die *örtliche* freiberufliche Web-Designer-Szene anschaue, dann kommt mir irgendwie der Gedanke, dass bei vielen Internetdienstleistern und sonstigen Einzelkämpfern irgendwie die Zeit stehen geblieben ist. Da tauchen in den Referenzen Sachen auf, die hat man vor Jahren schon sein gelassen. Ich will niemanden kompromittieren, deshalb hier keine Beispiele.

Wenn ich so was sehe, denke ich immer, warum mache ich das nicht auch etwas kommerzieller, warum verkaufe ich meine Leistung nicht irgendwie, anstatt immer nur eigene kleine Projekte zu starten? Ich denke, manches könnte ich irgendwie besser, ohne überheblich klingen zu wollen.

Klar, reich werden würde ich da sicherlich nicht mit, aber was nebenbei verdienen tut ja auch nicht weh. Da stellt sich mir die Frage, wie viel darf man eigentlich steuerfrei pro Jahr dazu verdienen? Lohnt sich das überhaupt? Muss ich ein Gewerbe anmelden? Im Moment bin ich zwar arbeitsuchend und darf da eh nicht so viel nebenbei machen, ohne das es Abzüge gibt, aber der Zustand wird ja auch mal ein ende haben.

Gemeinsame Sache

26 Sep 2006
26. September 2006

Rob kann nach eigenen Angaben nicht kochen. Dies wollen wir nun unter Beweis stellen. Zusammen mit rezepteblock.de gibt es am 14.10.06 die erste gemeinsame Kochshow von Rob Vegas und Rezepteblock auf Mindtime.

Und womit wir den armen Mann quälen wollen, entscheidet ganz allein Ihr in einer Abstimmung die ab sofort bis zum 08.10.06 auf rezepteblock.de läuft. Jeder kann mitmachen und einmal pro Tag abstimmen und dabei sein wenn es dann am 14.10.06 ab 20:15 Uhr heißt: “Rob kocht”.

Zur Abstimmung »

Programmänderung: Wie Ihr vielleicht gemerkt habt, hat sich der Tag der Kochshow um eine Woche verschoben. Dafür darf auch eine Woche länger abgestimmt werden!

Die Frage zum Sonntag

25 Sep 2006
25. September 2006

Der Sonntag ist bei uns ein meist nicht so beliebter Tag. Vielleicht liegt es daran, das keine Geschäfte zum bummeln und shoppen auf haben. Es stellt sich dann beim Frühstück oft die gleiche (von beiden verhasste) Frage: Was unternehmen wir denn heute? Zwar könnten wir was im Garten machen, aber dieser ist (noch) so pflegeleicht, dass der im Moment noch keine richtige Beschäftigung abwirft und einfach so rumsitzen will man ja auch irgendwie nicht.

Gestern hatten wir aber gleich drei Antworten auf die o.g. Frage und entschlossen uns den Garten der Schmetterlinge in Friedrichsruh zu besuchen. In einem recht kleinen Gewächshaus fliegen einem allerlei bunte Falter um die Ohren. Da sollte man nicht schreckhaft sein und aus Versehen eine unachtsame, hektische Handbewegung machen. Das sehen die Bismarcks sicherlich nicht so gerne…


Wo bitte ist hier die Party?

22 Sep 2006
22. September 2006

Ich hab hier schon oft von der Servicewüste Deutschland berichtet, wie wenig der Kunde wirklich König ist und wie sehr man sich manchmal verarscht vorkommt. Das dies aber auch so ist, wenn man von einer Firma zu einer Party eingeladen wird, hätte ich nicht gedacht.

Vor einiger Zeit erhielten wir von einem Designer-Möbelhaus eine “persönliche Einladung” zu einer Party auf der die neue Kollektion und eine Kunstausstellung gezeigt werden sollte. Wie gewünscht, meldeten wir uns mit zwei Personen per eMail an und ein wenig freuten wir uns schon auf neue Möbel, schöne Bilder, ein Glas Sekt und ein wenig Fingerfood.

Gestern war es dann soweit. Um 18:00 Uhr sollte die Party in den Räumen der Hamburger Filiale starten. Wir wissen nicht wie das bei Euch ist, wenn Ihr Gäste erwartet. Wir rechnen auf jeden Fall zur angekündigten Zeit damit, dass auch jemand kommt. Wir sind dann mit allen Vorbereitungen fertig und bereit unseren Besuch mit einem Lächeln zu empfangen.

Nicht so gestern im Möbelhaus. Wir betraten kurz nach 18:00 Uhr die Filiale; am Eingang war ein kleiner Tresen mit Sektausschank aufgebaut. “Ein Begrüßungsgetränk, wie schön”, dachten wir, aber niemand begrüßte uns. Der junge Mann hinter dem Tresen sortierte nur teilnahmslos leere Gläser. Keine Aufforderung sich ein Glas Sekt zu nehmen. Taten wir dann auch nicht.

Wir schlenderten wie einige andere Gäste auch durch die Geschäftsräume und es war eigentlich wie immer. Verkaufspersonal kümmerte sich um Kunden… “Hier soll eine Party sein?”, dachten wir. Auf einem Tisch sahen wir Sushi stehen. Die Plastikverpackungen waren geschlossen, niemand in der Nähe der uns fragte, ob wir etwas möchten, niemand der etwas davon nahm oder bereits genommen hatte. Wir nahmen auch nichts, war ja möglicherweise gar nicht für uns.

Wir schlenderten weiter. Woanders verteilte eine Promotiondame von einer Fitness-Club Kette harte, grüne Äpfel. Diese Dame schien zwar etwas motivierter zu sein und sprach die Gäste/Kunden direkt an, aber nach Äpfeln und einer Mitgliedschaft in einem Sportverein stand uns irgendwie nicht der Sinn.

Dann erblickten wir einen weiteren Tisch mit kalten Platten. Ziemlich versteckt in einer Ecke. Da auch diese noch abgedeckt waren und auch hier niemand zu sehen war, näherten wir uns diesem erst gar nicht.

Kurz vor dem Ausgang fragten wir uns “Wo ist eigentlich die Fotokunst-Ausstellung?” Als wenn man unsere Gedanken lesen konnte wurde just in diesem Moment ein Bild (das erste?) der Ausstellung aufgehängt.

Enttäuscht verließen wir nach 15 Minuten die “Party” und ließen die anderen Gäste darauf warten, dass Ihnen die Häppchen von alleine in den Mund springen.

Versteht uns und bitte nicht falsch. Es geht uns bei solchen Anlässen nicht darum möglichst viel zu trinken und zu essen oder sonst was abzustauben, sonst hätten wir uns schon selber bedient. Es geht uns ums Wohlfühlen und das taten wir nicht. Die Idee war gut, die Umsetzung aber sehr mangelhaft.
Eine Party sollte auch als eine solche zu erkennen sein. Die Gäste sollten begrüßt werden wenn sie kommen und wenn ich merke da langweilen sich welche, dann kümmere ich mich um sie. Wenn Speisen und Getränke ankündigt werden, dann sollten diese auch den Gästen angeboten werden. Und Bilder kann man auch schon lange vor der Veranstaltung aufhängen.
Wir fühlten uns gestern auf jeden Fall nicht wie Gäste, sondern einfach nur irgendwie fehl am Platz.

Fade Kinokost: Miami Vice

20 Sep 2006
20. September 2006

Über manche Filme lohnt es sich zu berichten, weil sie so gut sind, über manche legt man lieber das Mäntelchen des Schweigens, weil man sich nicht der Kritik aussetzen will, überhaupt in Betracht gezogen zu haben, sich diesen Film anzusehen. Es gibt aber auch Filme, deren Schlechtheit geradezu danach schreit, kommentiert zu werden.

Miami Vice, das Remake der gleichnamigen 1980er Kultserie ist genau so ein Film.

Wer es wagt einen solchen Stoff neu aufzulegen, sollte sich strikt an das Muster der Vorlage halten, den diese Serie lebte von der kühlen Atmosphäre in Neon und Pastel, von Designeranzügen mit Schulterpolstern unter denen nur ein T-Shirt getragen wurde, von barfuss getragenen Slippern, von schnellen Autos und Powerbooten und von dem deprimierend schönen Soundtrack, zu dem nicht nur Jan Hammer, sondern auch Phil Collins, Chaka Khan und viele andere Weltstars Ihren Beitrag leisteten.


Links die Serie, rechts der Film

Michael Mann, der Regisseur der Original-Serie traute sich erneut an den Stoff, aus dem damals unsere Träume waren und vermasselte es gründlich. Was dabei herauskam ist ein billiger Abklatsch einer genialen Idee, die aber nicht so ohne weiteres in die heutige Zeit transferiert werden kann. Die schöne Kulisse von Miami, von der man kaum etwas sah, schnelle Luxusautos, Rennboote und eine halbgar gekochte Story um ein Drogenkartell machen eben noch kein Miami Vice aus. Dazu gehören in erster Linie auch Schauspieler, mit der Coolness eines Don Johnson und eines Phillip Michael Thomas die damals die Undercover Cops Sunny Crocket und Ricardo Tubbs verkörperten.

Collin Farrell und Jamie Foxx aus dem Remake nimmt man diese Rollen jedenfalls nicht ab. Sie wirken nicht nur fehlbesetzt, sondern machen aus dem Film einen schlechten, langweiligen Drogenkrimi, deren Handlung so vorhersehbar ist, wie die Tatsache, dass Weihnachten dieses Jahr mal wieder auf den Dezember fällt. Die Handlung des Kinofilmes ist gespickt mit brutalen Szenen und harten Schnitten – wie damals. Doch damals wirkten selbst solche Szenen glamourös und die Schnitte wie aus einem Musikvideo. Aber wahrscheinlich braucht das heutige Kinovolk die nackte Realität zerfetzender Körperteile und spritzenden Blutes.


Selbst das Logo der Serie (links) hat mehr Stil und Glamour als das des Films.

Ich hatte mir deutlich mehr erwartet und eigentlich auch, dass der Kinofilm im Miami der 80er spielte. Nicht das ich mir diese Zeit zurück wünsche, aber Miami Vice war nun mal eines der Highlights dieser Jahre.

Michael Mann hätte es lieber sein lassen sollen. Diese Zeit ist anders und man muss nicht alles noch mal aufwärmen, denn meistens zerkocht es dabei und schmeckt fade.

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