28. Juni 2004
Solange beide Spezies nichts miteinander zu tun haben, ist ja alles in bester Ordnung, aber sobald sie in einem Projekt aufeinander treffen, was leider ziemlich häufig vorkommt, gibt es immer großes Reizpotential. Übrigens, es gibt auch Ausnahmen, aber leider nicht in meiner Firma.
Ich schildere hier nur mal das Projekt an dem ich gerade arbeite. Da wir unseren Kunden ein neues Webmail-Frontend anbieten wollen, liegt es an meinem Kollegen die Software erst einmal einzurichten. Da ihm aber das grafische Auge fehlt, wäre es meine Aufgabe hier einzuspringen und die Anwendung der CI unserer Firma anzupassen.
Leider scheinen Programmierer auch in Bezug auf die Bedienerfreundlichkeit etwas anders gestrickt zu sein. Ist nach außen hin eine gewisse Usability zu erkennen, ist das was ich als Webdesigner dann zum “Schönmachen” bekomme alles andere als freundlich. Das ganze ist erstens ein wirres Frame-Construct und zweitens sind die HTML-Templates in allerkleinste Fragmente zerlegt und mit für mich unlogischen Dateinamen versehen, dass ich da keinerlei Durchblick habe. Ein Handbuch, das den Aufbau der Seiten und die Zusammenhänge untereinander erklärt, fehlt natürlich auch, Kommentare in den Seiten gibt es selbstverständlich auch nicht.
Als wenn das noch nicht genug wäre hat mein Kollege mir zwar die Zugangsdaten für den Webserver gegeben, aber vergessen mir darauf Schreibrechte einzurichten, ebenso wie er vergessen hat mir einen User-Account im Webfrontend anzulegen. Und wo ist mein Kollege jetzt? Im Urlaub!
Ich kann so nicht arbeiten. Und da wundern sich die Programmierer, warum Webdesigner meist schlecht auf sie zu sprechen sind.
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