30. Mai 2004
Wenn ich mich für etwas sehr interessiere oder etwas mein Leben gerade ziemlich beeinflusst, so dass es allgegenwärtig ist, dann bekommen es natürlich nicht selten auch Dritte mit, ob sie wollen oder nicht. Dass das den einen oder anderen unter Umständen auch nerven kann, wird einem dann aber selten bewusst. Man merkt es nur dadurch, dass man keine richtigen Reaktionen erntet.
So konnten wir schon manchmal feststellen, dass nicht jeder Spaß daran hat, wenn wir über unser Bauprojekt sprechen. Vor gar nicht allzulanger Zeit, war mir dieses Thema und alles was damit zusammen hängt auch ziemlich fremd, aber mittlerweile ist verständlicherweise sehr großes Interesse an allem was mit dem Hausbau zusammenhängt.
Es vergeht kaum ein Tag, an dem wir nicht darüber sprechen oder uns Gedanken über Finanzierung, Bauanträge, Abriss oder Vermessung machen, oder an dem Küchen-, Bäder- oder andere Kataloge bei uns eintreffen. Je näher der Zeitpunkt der Entscheidung für das eine oder andere Bauunternehmen kommt, desto näher rücken auch andere Termine. Bauvorantrag, Baulast, Bauantrag, Baubeginn, alles Dinge die wir bestimmen oder erledigen müssen. Dinge die wir noch nie zuvor gemacht haben und die so auch noch nicht in unseren Familien vorgekommen sind. Das Bauunternehmen selbst kann da nur wenig helfen, das meiste müssen wir selbst erledigen. Da ist es nur verständlich wenn wir versuchen von allen Seiten ein paar Tipps zu bekommen und das erreicht man am besten, in dem man darüber spricht.
Ja, vielleicht manchmal ein bisschen viel, denn wenn man selbst noch nicht gebaut hat und es in naher Zukunft auch nicht vorhat, sind das alles Fragen, die nicht beantwortet werden können und die wahrscheinlich auch gar nicht interessieren. Vielleicht ist auch ein wenig Ärger dabei, dass man selbst nicht diesen Schritt geht, weil man es sich einfach nicht traut, oder die Möglichkeit, dass es machbar ist von vornherein ausschließt. Ich kann nur sagen, dass ich bis vor Kurzem auch noch nicht mit dem Gedanken spielte mal zu bauen, aber wenn man ein wenig rechnet und nicht nur den anfänglich großen Schuldenberg vor sich sieht, kommt man vielleicht zu einem anderen Ergebnis. Wenn man nämlich ein Leben lang Miete zahlt, lässt man einen viel größeren und stetig wachsenden Geldberg hinter sich und dieser Berg steht nicht im eigenen Garten. Rechnen kostet nichts und Träumen auch nicht.
Es ist natürlich so, dass alles Rechnen oder Schönrechnen nichts nützt, ein wenig Eigenkapital oder ein Grundstück sollte schon vorhanden sein, aber wenn man früh anfängt mit diesem Gedanken zu spielen und ihn nicht sofort wieder verwirft, könnte es sicher auch mit der Finanzierung klappen. Allerdings sollte man bedenken, dass selbst die Phase davor Stress pur ist, man bekommt sich manchmal in die Haare und diese wandeln ihre Farbe wie von Zauberhand in ein dezentes Grau.
Habt also ein wenig Verständnis dafür, wenn sich in der nächsten Zeit ein Thema bei uns immer mal wiederholt. Wir bleiben dabei trotzdem die zwei Hasen die Ihr kennt, mit beiden Beinen auf dem Boden.
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