26. April 2004
Klassisch kleidet sich der Bräutigam auf einer Hochzeit ja in schwarz oder grau. Wenn man es wie wir aber etwas moderner wünscht, dann wird die Auswahl an Anzügen, Westen und Halsgebinden doch etwas spärlicher. Auf der Suche nach unserem Wunsch-Hochzeits-Outfit haben wir schon diverse Bekleidungsgeschäfte in der Hamburger und Husumer City durchstreift, aber entweder war nur etwas für Gunnar oder eben nur für mich zu finden. Die Auswahl ist also ziemlich gering, die entsprechenden Abteilungen bei Ansons & Co. auch nicht wirklich groß. Abgesehen davon wurden wir bisher in keinem der von uns aufgesuchten Läden als potentielle Kunden erkannt und beraten.
So haben wir von Gitta den Tipp bekommen doch mal zu “Laue Festgarderobe” in Tellingstedt (nahe Büsum) zu fahren. Ich kannte das Geschäft, weil ich dort auch schon mal einen Anzug gekauft hatte. Samstag haben wir uns also auf den Weg auf’s noch plattere Land gemacht. Das Geschäft befindet sich in einem alten, sehr großen Landgut. Entsprechend groß ist auch die Auswahl. Ich erinnerte mich, dass auch die Beratung damals sehr gut war. Als wir dort gegen 11:00 Uhr ankamen war der Parkplatz nahezu voll, teilweise wurde schon an der Straße geparkt. Man merkte, es ist Hochzeits-Saison. Wir gingen dennoch hinein, denn ich war der Ansicht, dass die Massen sich drinnen schon verlaufen werden. Taten sie dann auch, aber trotzdem waren die Verkäuferinnen äußerst hektisch und bedienten teilweise mehrere Kunden gleichzeitig.
Fachkundig schmetterte uns unsere Beraterin unser Konfektionsgrößen zu, zeigte uns die Ständer in dem die entsprechenden Anzüge hingen und war auch schon wieder beim nächsten Kunden. Das nervte schon und etwas missgelaunt und ziellos liefen wir durch den Laden. Kurz bevor wir eigentlich wieder gehen wollten kam die Beraterin dann doch wieder zurück. In der Eile hatte sie vorhin nicht begriffen, dass wir beide es waren die heiraten wollten und war ein wenig verdutzt als Gunnar sagte, dass der Anzug den sie mir empfahl optisch nicht passen täte. “Zum Kleid?” fragte sie. “Nein”, meinte Gunnar. “Weder er noch ich werden ein Kleid tragen.” “Wir beide stehen bei der Trauung nebeneinander”, ergänzte ich. “Jetzt verstehe ich, sie können einen aber auch verwirren,” sagte sie mit einem lächeln und griff nach einem anderen Anzug für mich, der farblich auf Gunnars abgestimmt war. Nun noch ein paar Accessoires und ein Hemd dazu und ich war komplett eingekleidet. Gleichzeitig suchte sie für Gunnar das passende Outfit zusammen. Perfekt gestylt und von einem Teil der Kundschaft nicht ganz unbeobachtet, standen wir vor dem riesigen Spiegel nebeneinander. So konnten wir uns trauen.
Bei Gunnar müssen am Anzug noch ein paar Änderungen vorgenommen werden, meine Sachen durfte ich gleich mitnehmen.
Nach zweieinhalb Stunden verließen wir den Laden wieder. Zumindest ich hatte mehr ausgegeben als ich wollte aber das war es mir wert, schließlich habe ich vor nur einmal zu heiraten.
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