Monatsarchiv: Dezember, 2000

weihnachten kann so schön sein

28 Dez 2000
28. Dezember 2000

aus einigen einträgen in diesem “tagebuch”, könnt ihr ja entnehmen, dass ich kein so wahnsinniger weihnachtsliebhaber bin. nun hat es mich aber irgendwann doch erwischt, dieses fieber der glückseligkeit und so hab ich mir dann überlegt, da es sich ja eigentlich doch ganz nett anfühlt, was ich anstellen muß, damit das so bleibt und mir nicht wieder genommen wird.

also feierte ich weihnachten diesmal nur mit meinen freunden. die familie blieb außen vor, wurde zwar mit den üblichen anrufen bedacht und ich gestehe, am ersten weihnachtstag war ich auch kurz bei meiner ma essen, aber sonst…

hier also nun holli’s weihnachtsgeschichte
freitag war mein letzter arbeitstag. zwei wochen muß ich da nicht mehr hin. das war und ist auch bitter nötig, denn die letzten wochen waren beruflich doch sehr anstrengend und nervig. freitag abend holte ich axel vom hauptbahnhof ab und wir gingen dann erstmal auf einen plausch und zwei glühwein ins “bistro d’ artistes”. dort wurde ich von axel erst einmal mit wirklich ganz lieben geschenken überhäuft.

zuhause angekommen, lag mein langangekündigter gewinn von pro-fun auf dem tisch, das “trick”-video. ich hab den film ja schon im kino gesehen, aber jetzt nach eineinhalb jahren war die story immer noch richtig niedlich.

am samstag war erstmal ausschlafen und dann einkaufen angesagt. am abend hatte ich zur feuerzangenbowle geladen. olli, fränzi, julia und stefan aus kiel, nils und miriam von umme ecke und michael, derzeit aus oslo, trudelten ein. die feuerzangenbowle, bestehend aus insgesamt einem liter o-saft [fangen wir mal sanft an], fünf flaschen rotwein, eineinhalb flaschen rum und zwei zuckerhüten, hatte mühe für uns alle zu reichen, aber nils hatte ja noch ein twelve-pack holsten dabei.
also ich muß sagen das war richtig schön, ich hab wirklich liebe freunde.

irgendwann am abend kam dann auch noch ein star-gast. falko, mein ex-mitbewohner und ex-bester-freund und jetzt karrierist, wollte seine ski abholen, die noch bei mir lagerten und so platzte er dann in unsere party rein. er ging dann auch schnell wieder, denn ihm wurde es sichtlich unangenehm und sicherlich auch langweilig.

sonntag, am heiligen abend, ging es dann zu astrid. neben champagner, hummersuppe, lachs-tortellini, surimi mit kaviar-creme und mousse au chocolat an williams-birne gab es auch noch reichlich roten. eigentlich wollten axel, astrid und ich nach dem essen noch schwul ausgehen, aber im reden verflog so die zeit, dass es plötzlich fünf uhr morgens war und wir nach hause fuhren, denn axel mußte um halb eins schon wieder arbeiten, und zwar in bremen!

dann kam der erste weihnachtstag. mittags kurz bei muttern und abends mit stefan aus kiel im kino. julia hatte frauenabend, wir gaben uns “mac-farmer”, popcorn, m&ms und “meine braut, ihr vater und ich”. echt böse der film.

am zweiten weihnachtstag war dann endlich erstmal ausschlafen angesagt. das war auch nötig. abends traf ich mich dann noch mit astrid gemeinsam bei stefan. so klang das fest der feste aus und ich muß sagen, es war schön wie lange nicht mehr.

und so nebenbei erwähnt, macht sich bei mir schon seit fast zwei wochen ein kribbeln im bauch breit, wenn ich nur meine mailbox öffne, oder das telefon klingelt…

holli goes xmas!

17 Dez 2000
17. Dezember 2000

tja, so ist das nun mal…
erst pfeift holli hochmütig auf weihnachten, und dann stellt er sich selbst einen weihnachtsbaum auf, kramt seine xmas-cds raus und zündet sich jeden sonntag vor dem fest ein kerzchen mehr an.

irgendwann packt es jeden. allerdings mag ich nicht, wie viele menschen mit diesem fest umgehen. es geht doch um liebe, auch um nächstenliebe und die drückt sich nach meinem empfinden nicht in geschenken aus. ich freue mich zwar, wenn man mir eine kleine aufmerksamkeit mitbringt, aber das ist doch kein muß. viel mehr freue ich mich, mit den menschen zusammen zu sein, die ich gern hab und so werde ich es dieses jahr auch halten.

dieses jahr werde ich heiligabend nicht im kreise der familie verbringen, mich also nicht mit mutter und bruder gemeinsam langweilen, sondern den tag mit meinen freunden verbringen, nett essen und abends vielleicht noch weggehen. nicht das ich mutter und bruder nicht gern hab, aber mich langweilt die alljährlich gleiche “prozedur” diese festes daheim. um 17:00 uhr trifft man sich, dann wird gegessen. danach gibt es meistens von meiner mutter noch geschenke obwohl abgemacht wurde (vor jahren schon), das wir uns nichts schenken wollen.

hab ich euch schon gesagt, dass ich keine vollmilchschokolade mag? ich bekomme sie trotzdem, jedes mal.

nachdem dann die geschenke ausgepackt wurden (ich schenke den beiden übrigens wirklich nix), gibt’s meistens kaffee und kuchen. da wir uns auch über das jahr nicht wirklich wichtiges zu erzählen haben, tun wir das an weihnachten auch nicht und schweigen uns spätestens jetzt an… oder wir streiten uns über profane dinge.
ich tu auch das eigentlich nicht gerne, aber wenn mein bruder dabei ist schon. dann bin ich meistens schon absichtlich anderer meinung. hach, ist das schön. ich liebe weihnachten zuhause.

nun, dieses jahr wird es anders sein und darauf freue ich mich schon sehr. keine geschenke, leckeres essen und vor allem: meine freunde.

das war mein 2000

10 Dez 2000
10. Dezember 2000

angefangen hat das jahr allein in meiner kleinen wohnung. ich wollte das so, denn wenn man sich gerade von seinem partner getrennt hat, hat man nicht großartig lust auf parties, bei denen es nur so von mehr oder weniger glücklichen pärchen wimmelt, und man (ich) vor allem zur wichtigsten uhrzeit niemanden zum herzhaft drücken hat. also habe ich alle einladungen abgesagt und mich sylvester zuhause vor den fernseher gesetzt und es mir gemütlich gemacht. im tv lief die übertragung vom brandenburger tor, wo ich auch hätte sein können. als die zeiger immer dichter an die zwölf rückten, kam in mir schon ein wenig traurigkeit auf. egal, ich hatte ja noch genug wein im haus und ich hatte das internet, denn dort war ich mit einigen freunden zum chat verabredet.

so traurig wie das jahr anfing, so toll wurde es. ich lernte, ja auch über das inet, richtig tolle menschen kennen. menschen zu denen ich den kontakt nicht mehr missen möchte, auch wenn ich den einen oder anderen noch nie bzw. nur einmal persönlich getroffen habe.

liebe
verliebt habe ich mich dieses jahr genau zweimal. ich nenne keine namen, denn die die gemeint sind, werden es schon wissen. aus dem ersten heftigen verliebtsein wurde eine herbe enttäuschung. darüber will ich jetzt auch gar nicht weiter schreiben. das zweite mal verliebte ich mich im irc. ja das geht. nicht sofort, aber nach den ersten mails fing es ganz bös an zu kribbeln im bauch. als ich ihn dann endlich besuchte, war es um mich geschehen. der blitz schlug so heftig ein, dass ich auch nach monaten keinen vernünftigen gedanken fassen konnte und mich erst recht nicht auf irgendwas “neues” einlassen wollte. die umstände ließen es zwar nicht zu, dass aus uns mehr wurde, aber wir stehen immer noch im freundschaftlichen kontakt zueinander und das wird sich auch hoffentlich nie nie nie ändern.

durchs chatten im irc sind sowieso mittlerweile sehr nette freundschaften entstanden, aus denen mehr wurde, als das abendliche treffen im cyberspace.

job
im april nahm, dank nico, mein dasein als freiberufler ein ende. nico kenne ich von hamburg.gay-web.de wo ich ehrenamtlich mitarbeite. als ich von einem, im nachhinein nicht erfolgreichen bewerbungsgespräch nach hause kam, hatte ich eine mail von ihm bekommen, ob ich nicht einen job als webdesigner in der firma, in der er arbeitet haben möchte. ich sagte ja und eine woche später hatte ich den job. was soll ich sagen, es ist derart klasse da, dass ich mir im moment überhaupt nicht vorstellen kann, woanders zu arbeiten. supernette kollegen, nette chefs und ein total lockeres arbeitsklima – was will man mehr?

und was noch?
sicherlich ist noch so einiges passiert. ich war seid langer zeit mal wieder richtig im urlaub, aber davon könnte ihr ja auch an anderer stelle lesen. ich habe mein auto verkauft, weil es alt war und ich es viel zu selten brauchte. ich kam für zwei wochen ins krankenhaus, weil in irgend etwas das ich aß ein fieser keim auf mich wartete. ich hab mich endlich entschlossen meine wohnung hier draussen zu kündigen und weiter nach hamburg reinzuziehen. gekündigt hab ich schon, nur fehlt mir noch meine neue wohnung. ist zwar noch etwas zeit, aber kribbeln tut es doch schon.

fazit
ein schönes jahr, mit hoch und tiefs (erstere überwiegen aber), mit herzklopfen und großer traurigkeit und mit lachen und weinen. 2000 hat mich in meinem jungen leben weitergebracht und ich kann mir nur wünschen, das 2001 mindestens genauso gut wird.

in diesem sinne, auf ein schönes 2001…

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