Monatsarchiv: November, 2000

mal wieder in berlin

26 Nov 2000
26. November 2000

wieder daheim, zurück aus der hauptstadt und gleich an den rechner gesetzt, um tagebuch zu schreiben. weil es so schön war. soll ich euch das vorenthalten?

diesmal war volles programm angesagt: am samstag christina treffen, klönen spazieren gehen, sich einfach mal wiedersehen. dann wollten wir eigentlich noch was mit diana, stefan und axel zusammen machen, nur hatten alle noch etwas anderes vor, so verabredeten wir uns locker für den abend. wir hatten noch viel zeit bis zum abend und so lag es nahe, mal wieder ins kino zu gehen. zufällig waren wir gerade am potsdamer platz und so gingen wir dann ins cinemaxx. wir schauten “the cell” und ich schwöre, dass dies einer der heftigsten filme war, die ich je gesehen habe. man beschrieb mir den film als eine mischung aus “matrix” und “das schweigen der lämmer”. das war sehr untertrieben. ich überlegte mehrfach ob ich das was da auf der leinwand zu sehen war, christina noch zumuten konnte. hätte sie ein wort gesagt, ich wäre mit ihr raus gegangen. ich hoffe nur, dass sie keine schlaflose nacht hatte. wer den film sehen will – er ist gut, aber nichts für zarte gemüter.

am abend kam ich dann bei frank an und wir wollten dann so richtig die sause machen. so haben wir dann noch franks mitbewohnerin eingepackt und sind erst einmal in die “haifischbar” zum cocktailschlürfen gefahren. mich hat es schon gewundert, dass es in berlin eine bar mit diesem namen gibt, aber sie hieß so, auch wenn sie mit der in hamburg nichts gemeinsam hat…sie war viel schöner.

der mojito versetzte mich noch nicht in wohlige schwingungen und so versuchten wir dem im “obst & gemüse” abhilfe zu verschaffen. das klappte auch ganz gut. nebenbei stand ich immer handytechnisch mit axel in verbindung, weil wir nun doch auch mal gemeinsam einen warmen abend in berlin verbringen wollten. leider war er samt freunden nie dort wo wir geraden waren. dafür testeten sie dann schon mal die läden, in denen wir uns dann für später verabredet haben. das war auch gut so, denn “tränenpalast” und “kalkscheune” waren an dem abend wohl nicht der renner.

irgendwann kam axel dann auch noch kurz (sehr kurz) im o&g vorbei. sie wollten nun ins “schwuz”. wir überlegten kurz, wollten aber tanzen und fuhren dann in “die kleine busche”, fast schon so was wie mein schwul-lesbisches stammlokal in berlin. tja, war nix mit gemeinsam. ein anderes mal dann wohl.

die nacht in der kleinen busche war richtig klasse. die musik mal zum heftig abhotten und dann wieder zum mitsingen, meistens aber beides. der dj hat nichts ausgelassen. um 5:00 gings dann ins bett. auf der fahrt dorthin bekam ich trotz erschöpfung mit, wie groß berlin doch ist. ich weiß aber nicht mehr wie lang wir mit bvg und taxi unterwegs waren. ab und an waren die augen einfach zu und die gedanken ganz weit weg.

am sonntag gabs erst mal lecker brunch. diesmal zusammen mit diana, stefan und freunden am prenzlauer berg. danach gab es berlin-standard-programm für touristen: rauf auf die dachterasse des reichstag (die hoffentlich ganz gut gewordenen fotos kommen in kürze). auch hier verpassten axel und ich uns nur knapp. danach heiße schokolade im einstein, womit sich mein berlinbesuch auch dem ende zuneigte.

frank brachte mich noch zum zug.

das könnte nun auch noch eine geschichte für sich werden: meine neu entdeckte freude am bahnfahren. ich denke dabei natürlich nicht an hamburger oder berliner u- und s-bahnen, sondern an die bahn ag. so gemütlich und pünktlich wie es diesmal war, kann ich mir für meine zukünftgen innerdeutschen ausflüge fast kein angenehmeres transportmittel mehr vorstellen. und weil surf & rail das ganze auch noch unschlagbar günstig macht, ist es sogar noch preiswerter als die fahrt mit dem auto.

kopfgeldjäger

21 Nov 2000
21. November 2000

er hat schon nicht schlecht gestaunt der peer, als er gestern zuerst meine kollegin pam und dann mich bei seiner vorstellungsrunde in der firma antraf. er hat sich verändert, zum positiven, ist sogar seit kurzem papa, ich denke er passt ganz gut in unseren laden.

trotz der witzigen begegnung am morgen, stand ich gestern den ganzen tag irgendwie neben mir, hab nichts so richtig gebacken bekommen. zu allem überfluß rief dann mittags auch noch ein headhunter bei mir an, der mich erst einmal volltextete, wie toll er doch sei und was für großartige jobs er vermittele. eigentlich wollte ich gar nicht mit ihm reden und sagte, dass für personalangelegenheiten unsere geschäftsleitung zuständig sei. als er denn meinte, dass er uns nicht arbeitskräfte vermitteln wolle, sondern mich abwerben will war ich ziemlich baff. kann der sich denn nicht deutlicher ausdrücken??? überrascht war ich aber auch, weil mir das in dieser form noch nie passiert ist und ich auch nicht wußte woher er mich kannte oder woher er meine durchwahl hatte. die dürfen wir i.d.r. nämlich gar nicht herausgeben.

da ich aber so ein treuer dackel bin, habe ich ihm erklärt, dass ich da bleibe wo ich bin. dort bin ich nämlich nicht nur sehr glücklich weil ich einen schönen job habe, sondern weil in unserer firma auch die menschliche seite stimmt, was in meiner branche doch eher selten ist.

diese anruf hat mich aber auch veranlaßt, mal über den job des headhunters nachzudenken. diese leute kassieren für die vermittlung sehr viel geld. für mich ist das eine art menschenhandel und ich glaube ich würde mich sehr unwohl fühlen, so einen neuen job zu bekommen.

zufälle gibts

18 Nov 2000
18. November 2000

es ist schon manchmal verrückt was für zufälle es so im leben gibt. am donnerstag ging eine email der geschäftsleitung meines arbeitgebers rum, in der ein neuer kollege, der am montag bei uns anfangen wird, vorgestellt wurde. das ist bei uns so üblich.

schon beim ersten durchlesen fiel mir sein name auf, er kam mir sehr bekannt vor. ein name der relativ selten ist, womit mir dann auch schlagartig klar wurde, woher ich ihn kennen muß. ich ging mit ihm gemeinsam auf die fachoberschule. aber nicht nur ich, sondern auch meine kollegin pam.

sie stutzte bei seinem namen also auch ein wenig. ich meinte zwar noch, dass es ja vielleicht noch einen zweiten mister x geben könnte, aber richtig geglaubt hab ich es nicht.

am nächsten tag brachte ich also unser jahrbuch mit, in dem ein foto von ihm drin ist und zeigte es einer kollegin, die ihn schon gesehen hatte.
er ist es…

wird er sich am montag freuen, wird er entsetzt sein? auf jeden fall wird er sich wundern. und eigentlich ist es doch auch ganz schön, wenn man in der neuen firma schon zwei so nette kollegen wie uns kennt.

ich für meinen teil freue mich drauf.

absolut netnight

12 Nov 2000
12. November 2000

ein paar meiner kollegen feiern ja gerne, sehr gerne sogar und so war am 02.11.00 mal wieder eine party angesagt.

newmedia net.night nennt sich das und ist angeblich ganz wichtig für alle, die irgendwie mit den neuen medien zu tun haben. so mußten auch alle nichtmembers am eingang ihre visitenkarten abgeben, damit sie auch beweisen können, wichtig zu sein und dazuzugehören. die richtig wichtigen haben die membercard in grün oder platin und nennen sich online-kapitäne. nichtmembers also zehn mark in die kasse und auf geht’s ins absolut.

ja, absolut – heimspiel für holli.

eigentlich hab ich mir ja vorgenommen, nicht mehr in eine disco zu gehen, wo der hetenanteil 10% übersteigt [ausgleichende gerechtigkeit] aber diesmal schmiß ich also meine prinzipien über den haufen.

absolut leer war es, als wir um 20:00 aufschlugen, aber es wurde uns versprochen, es würde noch voller und nachher gäbe es sushi. yum yum, holli bleibt!

nach dem ersten caipirinha war bei uns die stimmung auch schon recht gut und nicht nur durch den steigenden alkoholpegel fielen wir auf, sondern auch durch unsere t-shirts. ich muß mich ja mal loben, denn die dinger habe ich entworfen [copyrightverletzungen werden hoch geahndet ;-) ]. nicht den schnitt ok, aber zumindest das was drauf steht kommt von mir. hinten prangen nämlich verschiedene stellenanzeigen drauf. diese maßnahme ist allemal preiswerter als eine anzeige im abendblatt und sie sorgt außerdem für reichlich zwischenmenschliche kontakte.

“sprich mich doch einfach an” steht hinten auch drauf und das wurden wir reichlich. “bleib doch mal stehen, ich will dich mal durchlesen”, hieß es desöfteren. selbst auf dem klo wurde ich angesprochen.

das ist im absolut zwar nicht unbedingt ungewöhnlich, aber diesmal war’s irgendwie anders *fg*.

die musik war etwas lau, nicht wirklich tanzbar auch wenn wir – und zwar nur wir – es mehrfach versuchten. auch die bitte an den dj, die bpm ein wenig zu erhöhen blieb unerhört und so mußten wir uns zu einer mischung aus chillout und r’n'b bewegen. café del mar wäre tanzbarer gewesen. naja, an der bar war es auch viel gemütlicher und lustiger.

gegen 23:00 machte ich mich wieder auf die socken, nicht ohne vom garderobenmann auf mein t-shirt angesprochen worden zu sein. er hat meine karte, gemeldet hat er sich noch nicht. schade eigentlich.

alles in allem ein netter abend mit schlechter musik und wir waren ja sooo wichtig.

also, grundsätzlich fühl ich mich im absolut absolut wohl, denn wenn ich da bin ist samstag und samstags ist dort ‘powderroom’, also schwul-lesbische party.
meet me at the absolut!!!

oh du fröhliche!

12 Nov 2000
12. November 2000

da geht man so durch die hamburger city, es ist anfang november und alles sieht nach weihnachten aus. mich nervt das. eigentlich mochte ich dieses “fest der liebe” immer sehr, aber mit liebe hat das hier nichts mehr zu tun. “wir lieben deine kohle, gib sie uns”, schreien mich die goldenen engel bei karstadt an. “verpisst euch” denke ich, und entschuldige mich insgeheim, einem solch zartem wesen, so böse worte an den kopf geschmissen zu haben.

natürlich geht dieses gernervtsein einher mit ein wenig frust, dieses jahr womöglich weihnachten allein zu feiern. mit allein meine ich, zusammen mit meinem bruder und meiner mutter. naja, eigentlich wie letztes jahr, denn da hatte ich mich anfang dezember von meinem freund getrennt. blöde zeit. ich werde wohl freunde besuchen, glaube ich, oder ins feelgood gehen, glaube ich, denn es kann ja nicht nur einen geben.

in zwei wochen bin ich in berlin. das erste mal mit der bahn. praktisch ist dabei, das ich das ganze im internet buchte, ich das ticket selber ausdrucken konnte, es weniger als die hälfte des normalpreises kostet und der zug fast vor meiner haustür hält, ich also nicht morgens früh zum hauptbahnhof muß. wenn so bahnfahren funktioniert, überlege ich mir das mit einem neuen auto noch mal. aber noch bin ich ja nicht gefahren…

in diesem sinne, einen fröhlichen sonntag.

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