Monatsarchiv: Juli, 2000

mütter und internet

29 Jul 2000
29. Juli 2000

eigentlich sollte eine waschmaschine und dann noch dazu die meiner mutter kein thema für mein tagebuch sein. wenn sich aber jemand so gegen die zeichen der zeit wehrt, wie meine mutter das tut, dann habe ich das recht dazu.

zum verständnis: großanschaffungen dieser art sind ihr sowieso immer ein greuel, weil sie im grunde keine ahnung von dem hat was sie da kaufen will. da die verkäufer ihr dann wohl auch immer dinge aufschwatzen, äh nein sie sich dinge aufschwatzen lässt, die sie nicht braucht, viel zu teuer sind und überhaupt…

naja, wie dem auch sei. ich bin dann immer derjenige, der mit ihr am samstag durch die kaufhäuser zieht und sie berät, obwohl ich ja auch keine ahnung von waschmaschinen habe.

da das ganze nun akut war und nichts mehr ging, sollte ich dann heute mit ihr einkaufen fahren. hatte nun aber heute gerade keine zeit und bot ihr an, das teil im internet zu bestellen.

wie kann man nur so viel schiss davor haben auf einen button zu klicken und ‘ne lieferadresse anzugeben? die bezahlung erfolgt eh per nachnahme. also fast null risiko.

im geschäft tu ich doch auch nichts anderes, als mir das teil anzukucken, mir durchzulesen was sie kann um dann einem netten fachverkäufer zu sagen: “die will ich”. im internet läuft es doch genauso, geht aber schneller und stressfreier.

letztendlich konnte ich meine ma dann doch noch überreden, was mir wirklich den letzten nerv geraubt hat und wir klickten ihr ‘ne neue maschine und [die welt staunt] sogar noch einen kühlschrank dazu.

wenn mich der laden jetzt allerdings im stich läßt, bin ich natürlich wieder der gelackmeierte…

csd 2000 in berlin [24.06.2000]

04 Jul 2000
4. Juli 2000

das sollte also mein erster csd in berlin werden. froher dinge fuhr ich schon am freitag vor der parade hin und weil ich mir die mittagshitze im auto ersparen wollte, erst am nachmittag los. natürlich im dicksten feierabendverkehr.

ich hätte es ja ahnen können, hab aber einfach nicht dran gedacht. nun hab ich mir extra den freitag freigenommen, um nicht am samstag nach berlin heizen zu müssen und dann das. kilometerweit stau und baustellen ohne ende. ich bin ja ein geduldiger mensch und die vorfreude auf ein schönes wochenende mit wirklich netten freunden ließ mich ruhig bleiben. ich hätte auf der autobahn etwas mehr regenbogenfahnen erwartet, aber das gros der besucher sollte wohl doch erst am samstag nach berlin kommen. sonst wäre es wohl noch voller geworden.

nach viereinhalb stunden (üblich sind bei meiner ruhigen fahrweise zweieinhalb stunden) kam ich dann am frühen abend bei christina und frank an. bestimmte gründe sprachen dafür an diesem abend nicht “party zu machen”. so schnappten wir uns eine weitere liebe freundin, hanka, und machten uns einen netten abend beim italiener. dieser bestand darauf, dass es keine trockenen weine gab, sondern nur…(haha, so ein bart).

die parade fing zu unser freudigen überraschung erst um 13.00 uhr an und nicht wie in hamburg vor dem aufstehen um 11:00 uhr. zeit genug zu frühstücken und in der s-bahn noch ‘ne flasche sekt zu leeren.

zu meinem entsetzen war aber die sonne weg und es sah echt trübe aus. shit.

wir trafen uns mit einer freundin von hanka am potsdammer platz und zogen dann gemeinsam im schönsten nieselregen richtung brandenburger tor. jetzt wieder kein regen, aber die ersten wagen. die stimmung war echt klasse und weil wir immer schön mit meiner regenbogenfahen gewunken haben, gabs auch ganz viele bon bons, feuerzeuge und klar, eurogays weingummischwänze (hey junx, die sind echt lecker, da möcht ich ‘nen ganzen sack von *g*).

nach einer weiteren flasche sekt (söhnlein brillant für 15,–) gings beschwippst dem zug hinterher.

die ganze parade war natürlich etwas größer als in hamburg, aber nicht schöner (sorry berlin). es lag wohl daran, dass das wetter so schlecht war und der zug durch die länge der strecke sehr auseinandergezogen wurde. trotzdem war es toll und ich fand es superklasse von christina, frank und hanka, dass sie mitgekommen sind.

abends hab ich mir noch das kleine “großfeuerwerk” angeschaut und bin dann in einen kuscheligen club (die kleine busche) am bahnhof warschauer strasse gefahren. das war wirklich klasse. nach biene maja (naja), nena (schon besser) gabs dann auch noch reichlich house und techno (yeah) auf die ohren. ich blieb so bis halb fünf und ging wie immer *jammer* allein nach hause.

das wochenende ließen wir vier gemeinsam, ganz ruhig auf dem wannsee ausklingen.

csd 2000 in hamburg [17.06.2000]

04 Jul 2000
4. Juli 2000

da sag mal einer wir hamburger könnten nicht feiern. so viele fröhliche gesichter und gute stimmung beweisen das gegenteil.

eigentlich wollten astrid und ich “nur mal so” zwischen den einkäufen die parade in der mönkebergstraße an uns vorbeiziehen lassen. vielleicht ein wenig mitlaufen. wir verabredeten uns also um 11:00 uhr am mönckeberg-brunnen (naja, eigentlich bei burger king, der ist ja aber auch ganz in der nähe). das war ganz schön rechtzeitig, wie wir nach circa einer stunde feststellen mußten, denn der zug der um 11:00 uhr in der langen reihe starten sollte, war noch nicht einmal zu hören geschweige denn, zu sehen.

nach einer weiteren halben stunde entschlossen wir uns, den junx und mädels ein wenig entgegenzukommen und so fanden wir sie auch am schauspielhaus.

wir ließen ein paar wagen an uns vorbeiziehen. ich merkte wie es mir langsam in den beinen juckte und auch astrid fing an, rythmisch hin und her zu wippen.

als der housigste wagen dann an uns vorbei zog, mußten wir uns einfach zur tanzenden menge dazugesellen.

ich sag es euch, es ist echt nicht so einfach, sich in schritttempo vorwärts zu bewegen und dabei den takt zu halten.

zur erfrischung und meiner belustigung verteilte eurogay kleine tütchen mit weingummischwänzen ;-) .
astrid wollte keinen – tststs!

in der mönckebergstraße wo wir uns vor fast zweieinhalb stunden getroffen haben, machte der zug halt und erstmal party für alle. sicherlich waren einige sehr überrascht, was sie dort zu sehen bekamen.

irgendwie ist es ein ganz feines gefühl so begafft zu werden. ich würd gern mal wissen, was der eine oder andere so für sich gedacht hat.

hab ich schon erwähnt, dass das wetter einfach genial war? war es! sonne pur, kein wölkchen am himmel und holli ohne sonnencreme. zu diesem zeitpunkt wußte ich aber noch nicht wie sehr sie mir fehlte.

die wartezeit wurde uns ein wenig lang und so gingen wir den zug einfach auf und ab und bekamen von allem was mit. insbesondere ganz viel papier in form von flyern und vier freikarten fürs pulverfass. nett, nett.

wir hatten uns mittlerweile entschlossen, unsere einkäufe sein zu lassen und mit der parade zu den landungsbrücken zu ziehen. nach einigen stopps kamen wir dort an. vermessen wie wir waren, gingen wir teilweise vor dem ersten wagen, hinter der motorrad-eskorte der dykes on bikes. naja, wenn der truck auch so langsam fährt. auf jenem wagen hat sogar ein wirklich ansehnlicher typ immer recht nett vor meiner kamera possiert.

mittlerweile war mir klar wie sehr ich sonnencreme gebraucht hätte, wollte aber nun auch noch das ende der parade miterleben. party war danach nicht mehr, denn mein sonnebrand freundete sich gerade mit einem netten sonnenstich an.

froher dinge konnten astrid und ich tatsächlich – es war 17:00 uhr – , schnell noch einkaufen fahren.

wieder zuhause angekommen, merkte ich wie ehlendig ruhig es hier draussen doch ist.

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04 Jul 2000
4. Juli 2000

langsam wirds ja was mit dieser site. ich würde mir ja auch echt mehr zeit nehmen, wenn ich sie denn hätte.
in der firma ist diese woche fast täglich meeting. das gestrige war eines der erfreulichsten für mich, denn mir wurde gesagt das man meine arbeit und mich sehr schätzt und das ich mich sehr gut ins team integriert habe. stimmt ja auch, ich bin wirklich sehr gerne da. die arbeit macht mir auch viel spass.

am montag kam pam dazu und ich bin heute schon in den ersten fettnapf getreten. da mach ich heute morgen selbst den vorschlag mit ihr mittagessen zu gehen, vergess es aber und bestell was bei unserem lieferservice. pam, in vorfreude auf unsere verabredung, tut das natürlich nicht. autsch. naja, sie begnügte sich dann mit einem mitgebrachten milchreis und einer (!) kartoffeltasche von mir.

sorry pam, kommt nicht wieder vor und ist auch nicht typisch schwul (vielleicht typisch holli? nee, glaub nicht). danach war ich natürlich noch ganz bös kreativ.

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